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Champions-League-Finale als Highlight

Nervös wirkt Zinedine Zidane vor dem wichtigsten Spiel seiner jungen Trainerkarriere nicht - obwohl der Druck und die Erwartungen bei Real Madrid riesig sind, strahlt er vor dem Champions-League-Finale Vorfreude und Optimismus aus. „Ich bin glücklich, hier zu sein und diese Momente mit den Spielern und Fans zu teilen“, sagte der Franzose vor der Partie gegen Atletico Madrid am Samstag (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) in Mailand.

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„Wir spielen ein Finale - und das ist es, was jeder will, die Spieler, der Trainer, die Fans“, fiebert Zidane dem Saisonhighlight entgegen. Knapp fünf Monate ist es her, dass der Ex-Mittelfeldstar ohne Trainererfahrung im Spitzenfußball von der Real-Reserve in der dritten Liga zum Chefcoach befördert wurde.

Starker Auftritt

Damals war ihm viel Skepsis entgegengeschlagen. Der Weltmeister von 1998 sei eine „Legende ohne Erfahrung“, schrieben die Medien. Dazu kamen Affären wie 2014 eine später aufgehobene Sperre wegen fehlenden Trainerscheins. Seitdem führte der einstige Weltklasse-Fußballer das Team jedoch zu 21 Siegen in 26 Spielen, mit einem starken Schlussspurt auf Rang zwei der Liga und ins Königsklassen-Finale.

Real Trainer Zinedine Zidane beim Training

Reuters/Andrea Comas

In kürzester Zeit hat sich Zidane Respekt erarbeitet

Mit 53 Punkten aus seinen ersten 20 Ligaspielen holte er so viele Zähler wie noch kein anderer Real-Trainer zuvor. Die jüngsten zwölf Partien wurden dabei allesamt gewonnen. Und auch mit seinem offensiven Fußball überzeugte Zidane Fans und Kritiker. Im Durchschnitt erzielte das Team unter ihm 2,73 Tore pro Spiel. „Für uns ist der Schlüssel, guten Fußball zu spielen“, sagte der Franzose.

„Holt das Beste aus allen Spielern heraus“

Und auch Superstars wie der Portugiese Cristiano Ronaldo, mit deren Führung viele seiner Vorgänger Probleme hatten, respektieren Zidane. „Er hat es geschafft, nicht nur ein guter Spieler, sondern auch ein guter Trainer zu sein“, sagte Kapitän Sergio Ramos. „Er holt das Beste aus allen Spielern heraus.“ Und Weltmeister Toni Kroos lobte: „Wir alle haben gemerkt, dass Zidane in der Mannschaft etwas verändert hat. Er macht einen sehr guten Job.“

Real Trainer Zinedine Zidane an der Seitenlinie

Reuters/Action Images/Carl Recine

Voller Einsatz auf der Seitenlinie

Zu Zidanes Erfolg trug sicherlich auch sein Status als Clublegende bei. Der Franzose schoss Real 2002 mit einem Volley-Traumtor im Finale gegen Bayer Leverkusen zum Champions-League-Sieg, arbeitete später unter anderem als Kotrainer für den Club. „Für Real Madrid zu spielen war das Beste, was mir je passiert ist. Ich habe davon geträumt“, sagte Zidane gegenüber uefa.com. „Jetzt habe ich das Glück, den besten Verein der Welt zu trainieren, ich bin ein glücklicher Mann.“

„Muss noch viel lernen“

Der 43-Jährige sieht sich trotz der eindrucksvollen Bilanz bei seiner ersten Profistation weiter als Trainernovize. „Ich muss noch viel lernen“, sagte er. „Ich verbessere mich, aber ich habe noch einen langen Weg vor mir, um ein bedeutender Trainer zu werden.“

Von Real wird im Finale von Mailand nicht weniger als „La Undecima“, der elfte Titel in der europäischen Königsklasse, erwartet. Doch Zidane geht mit dem Druck gelassen um. „Bei diesem Club muss man immer absolut alles geben, um zu gewinnen“, sagte er. „Es gibt immer Druck bei Real Madrid - das ist ein Teil des Jobs, und es gefällt mir.“

Mit einem Sieg gegen Atletico könnte der einst beste Fußballer der Welt erneut in die Geschichte eingehen. Er wäre der siebente Ex-Profi, der als Fußballer und als Trainer die Königsklasse gewinnt - das gelang bisher nur Miguel Munoz, Ex-Salzburg-Trainer Giovanni Trapattoni, Johan Cruyff, Carlo Ancelotti, Frank Rijkaard und Josep Guardiola.

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