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Überzeugende Leistung der „Azzurri“

Italien hat im Achtelfinale der EM in Frankreich Europameister Spanien entthront. Die „Squadra Azzurra“ zeigte im Pariser Vorort Saint-Denis über weite Strecken eine überzeugende Leistung und setzte sich vor 76.165 Zuschauern mit 2:0 durch. Giorgio Chiellini (33.) hatte die Elf von Antonio Conte in Führung gebracht - als Spanien auf den Ausgleich drängte, sorgte Graziano Pelle (91.) für die Entscheidung.

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Während die Italiener im Stade de France die Revanche für die Finalpleite 2012, als sie in Kiew mit 0:4 untergegangen waren, schafften und ins Viertelfinale einzogen, ist für die enttäuschende „Furia Roja“ der Traum vom historischen Titel-Hattrick hingegen vorbei. Der Europameister von 2008 und 2012 und Weltmeister von 2010 kassierte die erste Pflichtspielpleite gegen Italien seit 1994.

Italienische Spieler jubeln

APA/AFP/Martin Bureau

Die Befreiung und der Jubel nach dem 2:0 war bei Italien groß

De Sciglio ersetzt verletzten Candreva

Italiens Teamchef Conte setzte wieder auf seine erfolgreiche 3-5-2-Formation mit dem Juventus-Trio Leonardo Bonucci, Andrea Barzagli und Chiellini in der Defensive sowie dem Stürmerduo Pelle und Eder. Die Flanken besetzten Alessandro Florenzi und Mattia de Sciglio, der im letzten Gruppenspiel gegen Irland sein Startelfdebüt in Frankreich gegeben hatte. Er ersetzte den verletzten Antonio Candreva.

Spaniens Trainer Vicente del Bosque schenkte der gleichen Startelf wie in den drei bisherigen EM-Partien sein Vertrauen. Im 4-3-3-System stürmten wie gewohnt David Silva, Alvaro Morata und Nolito von Beginn an. Die ersten Strafraumaktionen bei strömendem Regen im Stade de France hatten allerdings die Italiener. Ein Lochpass in die Gefahrenzone landete zunächst beim spanischen Schlussmann David de Gea (1.), dann köpfelte Pelle (2.) nach Falke von Florenzi vorbei.

Italien dominiert Anfangsphase

Ein flotter Beginn der „Squadra Azzurra“ - die sich gegen den Titelverteidiger nicht nur auf hinten Reinstellen beschränkte, sondern selber mutig nach vorne spielte. Die Elf von Teamchef Conte vernachlässigte dabei aber nicht die Defensivarbeit und konnte die spanischen Angriffe früh stoppen. Nach einem Foul von Juanfran an Pelle kam es bei einem Freistoß für Italien zur ersten Großchance in der Partie.

Kopfballchance von Pelle

Graziano Pelle versuchte es mit einem guten Kopfball (8.), doch der spanische Keeper David de Gea fischte den Ball noch aus der unteren Ecke.

Bei der Flanke von Florenzi in den Strafraum verhinderte De Gea den frühen Rückstand, der spanische Goalie rettete bei Pelles Kopfball (8.) vom Fünfmeterraum auf der Linie. Wenig später scheiterte Emanuele Giaccherini mit einem Gustostückerl: Sein Fallrückzieher (11.) wurde von der Spanien-Defensive noch an die Stange abgelenkt - Schiedsrichter Cüneyt Cakir hatte die Aktion wegen gefährlichen Spiels abgepfiffen. Während die Italiener munter drauflos spielten, war die Offensivabteilung der „Furia Roja“ komplett abgemeldet.

Spanien erstmals gefährlich

Erst in der 20. Minute kam der Titelverteidiger erstmals gefährlich vor das Tor von Tormann Gianluigi Buffon. Nolito tankte sich auf der linken Seite durch und passte zurück in den Rückraum. Der im Zentrum nach vorne laufende Chelsea-Legionär Cesc Fabregas zog von der Strafraumgrenze ab, sein Schuss wurde aber geblockt. Spanien hätte sich danach auch einen Elfmeter verdient: Als Chiellini Sergio Ramos im Strafraum festhielt und der Spanier zu Fall kam, (22.) ließ Referee Cakir den Spieler aber weiterspielen.

Danach war wieder Italien am Zug. De Sciglio (25.), der eine Minute zuvor für ein taktisches Foul im Mittelfeld die Gelbe Karte gesehen hatte, schloss einen Konter mit Flanke von links in den Strafraum ab. Der Kopfball von Marco Parolo ging aber klar vorbei. Auf der Gegenseite hatte Buffon mit einem abgefälschten Weitschuss von Andres Iniesta aus gut 20 Metern keine Probleme (28.). Auf der Gegenseite beförderte Sergio Ramos den Ball bei einem Klärungsversuch nach Stanglpass von De Sciglio gefährlich über das eigene Tor (29.).

Chiellini staubt nach Freistoß ab

Die verdiente Führung der Italiener fiel schließlich aus einer Standardsituation. Nach einem Foul von Ramos an Pelle trat Eder zum Freistoß aus rund 22 Metern an. Der Inter-Mailand-Stürmer schoss scharf links an der Mauer vorbei, De Gea konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen und nur nach vorne prallen lassen, nach kurzem Gestocher staubte schließlich Chiellini (33.) zum 1:0 ab.

1:0 für Italien durch Chiellini

Einen Freistoß von Eder konnte David de Gea noch abwehren, aber gegen den Nachschuss von Giorgio Chiellini (33.) hatte der spanische Goalie keine Chance.

Kurz vor der Pause hätte Giaccherini beinahe für das 2:0 gesorgt. Nach einem Alleingang zog der Bologna-Spieler vom linken Strafraumeck ab, De Gea konnte den scharfen Schuss gerade noch über das Tor lenken (45.). Spanien-Trainer Del Bosque reagierte und brachte in der zweiten Spielhälfte Routinier Aritz Aduriz von Athletic Bilbao für Nolito.

Eder scheitert nach Konter an De Gea

Spanien tat nun mehr für die Offensive und kam zu Chancen. Daniele de Rossi konnte einen Freistoß per Kopf noch verlängern, beim darauffolgenden Eckball blieb Tormann Buffon cool. Der Juventus-Schlussmann pflückte einen guten Kopfball von Alvaro Morata (49.) mit einer Hand herunter. Wenig später hatte auf der Gegenseite Eder das 2:0 auf dem Fuß. Pelle legte bei einem Konter per Ferserl auf den nach vorne stürmenden Inter-Spieler ab, der 29-Jährige fand aber in De Gea - dem besten Spanier auf dem Feld - seinen Meister (55.).

Die Italiener ließen die Spanier das Spiel nun gestalten und begnügten sich damit, das Ergebnis zu halten bzw. suchten ihr Glück mit Kontern. Die Angriffe der „Furia Roja“ brachten allerdings wenig ein. Erst bei einer über mehrere Stationen gespielten Pass-Stafette, die bei Aduriz landete, ließ der Titelverteidiger sein Können aufblitzen. Der Schuss des 35-Jährigen ins lange Eck ging knapp einen Meter vorbei (70.). Bei einem Stangenschuss von Lucas Vazquez (74.) hatte Schiedsrichter Cakir bereits wegen Abseits abgepfiffen.

Spanien drückt, Italien trifft

Spanien drückte auf den Ausgleich und kam zu weiteren guten Chancen. Zunächst konnte Buffon einen Volleyschuss von Andres Iniesta nach Aduriz-Flanke übers Tor lenken (76.), dann zeigte der italienische Goalie bei einem Schuss von Pique aus 20 Metern eine Glanzparade (77.). Auf der Gegenseite versuchte der in der 82. Minute für Eder eingewechselte Lorenzo Insignie bei einem Entlastungsangriff sein Glück aus der Distanz (85.), De Gea hatte aber keine Mühe.

Die „Squadra Azzurra“ kam in der Schlussphase zwar noch einmal ins Wanken - Perdo Rodriguez (87.) schoss am Tor vorbei, Buffon rettete gegen Pique (89.) -, schaffte in der Nachspielzeit aber sogar noch die Vorentscheidung aus einem Konter. Nach abgefälschtem Pass vom in der Schlussphase eingewechselten Manchester-United-Legionär Matteo Darmian erzielte Pele das 2:0.

Entscheidung durch Pelle

Graziano Pelle erlöste die Italiener nach einem schön gespielten Konter mit seinem Tor zum 2:0 (90.+1).

Auf die Italiener wartet nach dem entthronten Europameister der nächste große Brocken. Im Viertelfinale am Samstag im Stade de Bordeaux (21.00 Uhr, live in ORF eins, im Livestream und im Euro-Liveticker) muss sich die Mannschaft von Teamchef Conte gegen Deutschland beweisen. Im Match gegen den Weltmeister fällt möglicherweise De Rossi aus. Der 32-Jährige zog sich eine Hüftverletzung zu, wegen der er kurz nach der Pause ausgewechselt wurde. Der Ausfall des Mittelfeldspielers wäre bitter, da auch sein Ersatzmann Thiago Motta wegen einer Gelb-Sperre fehlt.

Peter Falkner, ORF.at

Fußball-EM, Achtelfinale

Montag:

Italien - Spanien 2:0 (1:0)

Saint-Denis, Stade de France, 76.165 Zuschauer, SR Cakir (TUR)

Torfolge:
1:0 Chiellini (33.)
2:0 Pelle (91.)

Italien: Buffon - Barzagli, Bonucci, Chiellini - Florenzi (84./Darmian), Parolo, De Rossi (54./Motta) , Giaccherini, De Sciglio - Eder (82./Insigne), Pelle

Spanien: De Gea - Juanfran, Pique, Ramos, Alba - Fabregas, Busquets, Iniesta - Silva, Morata (70./Vazquez), Nolito (46./Aduriz/81. Pedro)

Gelbe Karten: De Sciglio, Pelle, Motta bzw. Nolito, Busquets, Silva

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