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CL-Triumph, EM-Titel und jetzt FIFA-Ehrung

CR7, wer sonst? Wie allgemein prognostiziert ist Cristiano Ronaldo am Montagabend in Zürich als FIFA-Weltfußballer ausgezeichnet worden. Dem 31-jährigen Portugiesen wurde diese Ehre zum bereits vierten Mal zuteil. Da der Superstar von Real Madrid auch schon viermal den Ballon d’Or erhalten hat, zieht Ronaldo nun mit seiner achten individuellen Saisonehrung mit seinem argentinischen Dauerrivalen Lionel Messi gleich.

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„Es war wahrscheinlich mein bestes Jahr bisher“, hatte Ronaldo schon vor der Gala gewohnt unbescheiden, allerdings auch völlig korrekt resümiert. Mit den „Königlichen“ holte der noch immer pfeilschnelle Torjäger in der vergangenen Saison die Champions League und die Club-WM. Portugals Nationalteam führte Ronaldo bei der EM in Frankreich zum ersten großen Titel und stellte dabei zahlreiche individuelle Bestmarken auf.

Ronaldo ist Weltfußballer des Jahres

Am Montag wurde Cristiano Ronaldo in Zürich als Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet. Der 31-jährige Portugiese konnte die begehrte Trophäe bereits zum vierten Mal entgegennehmen.

Mit 34,54 Prozent der Stimmen verwies Ronaldo seinen Rivalen Messi (26,42 Prozent) deutlich auf den zweiten Platz. Griezmann, mit Frankreich immerhin im EM-Finale und mit Atletico Madrid Champions-League-Finalist, war mit 7,53 Prozent chancenlos. Die Ehrung ist der letzte Beweis von Ronaldos Ausnahmestellung nach einem triumphalen Jahr. Messi und die anderen nominierten Spieler des FC Barcelona fehlten mit Entschuldigungsschreiben ihres Clubs bei der Zeremonie im wenig glamourösen TV-Studio. Frankreichs EM-Liebling Griezmann blieb auf der Bühne nur die Rolle als Gratulant.

Cristiano Ronaldo mit Pokal

APA/AFP/Fabrice Coffrini

FIFA-Präsident Gianni Infantino überreichte Ronaldo den begehrten Pokal

„Ich bin sprachlos“

Ronaldo bekam die silberne Trophäe des Weltfußballers von FIFA-Boss Gianni Infantino - und hielt eine emotionale Dankesrede. „Welche Ehre“, sagte Ronaldo sichtlich gerührt. „Ich bin sprachlos. 2016 war das beste Jahr meiner Karriere. Es gab Zweifel, schwierige Momente, aber es hat sich gezeigt, dass wir weiter gut spielen. Ich hatte keine Zweifel, dass wir viel gewinnen können.“

Mit dem 39. Spiel ohne Niederlage nacheinander stellte Real am Samstag zudem die spanische Bestmarke des FC Barcelona ein. „Die Leute, die immer noch an mir, Real Madrid oder dem Nationalteam gezweifelt haben, sie haben jetzt den Beweis: Wir haben alles gewonnen“, sagte Ronaldo als Fazit für 2016. Dass es für ihn auch ein Jahr mit medialen Vorwürfen über Steuertricks in Zig-Millionen-Höhe war, kann seiner Popularität in der normalen Maßstaben entrückten Glitzerwelt des Fußballs nicht schaden.

Cristiano Ronaldo mit EM-Pokal

APA/AP/Frank Augstein

In Frankreich holte Cristiano Ronaldo den ersten Titel mit Portugal

Weltfußballer - Ballon d’Or

Erstmals wurde der Weltfußballer des Jahres im Rahmen von „The Best FIFA Football Awards“ gekürt. Von 2010 bis 2015 war die Ehrung mit dem Namen Ballon d’Or vom Weltverband und dem französischen Magazin „France Football“ gemeinsam veranstaltet worden. Der Goldene Ball wird nun nur noch von der Zeitung vergeben, die FIFA veranstaltet wie vor 2010 ihre eigene Wahl.

„Er wird niemals müde“

„Cristiano ist und bleibt eine Ikone. Er ist sehr beliebt und schreibt Fußballgeschichte“, schwärmte sein prominenter Landsmann Luis Figo. „So ehrgeizig, wie er ist, wird er sicher um den fünften Goldenen Ball kämpfen. Er wird nie müde“, lobte der brasilianische Ronaldo seinen portugiesischen Namensvetter. Figos Hinweis auf den fünften Ballon d’Or verdeutlicht allerdings auch die besondere Problematik der inflationär vergebenen Fußballtrophäen.

So gewann Cristiano Ronaldo 2008 seinen ersten Goldenen Ball, der damals von der Zeitung „France Football“ verliehen wurde. 2013 und 2014 folgten Nummer zwei und drei bei der dann gemeinsamen Vergabe durch die Zeitung und die FIFA. Inzwischen gehen beide Organisationen wieder getrennte Wege - Mitte Dezember erhielt Ronaldo den Ballon d’Or der „France Football“ und jetzt wieder die Auszeichnung durch den Weltverband. Dazu kommt noch zweimal der Award für den besten Spieler des Kontinents durch den Europäischen Fußballverband, die UEFA, und 2008 die FIFA-Weltfußballertrophäe.

Ronaldo schaffte selbstredend auch den Sprung in die FIFA-Weltauswahl, gemeinsam mit vier weiteren Real-Spielern (Sergio Ramos, Marcelo, Luka Modric, Toni Kroos). Vier weitere Akteure kommen vom FC Barcelona (Gerard Pique, Andres Iniesta, Messi, Luis Suarez). Zudem spielte Außenverteidiger Dani Alves vor seinem Wechsel zu Juventus Turin im Frühjahr noch bei Barca. Im Tor wurde mit Manuel Neuer den Kapitän des deutschen Nationalteams gewählt. ÖFB-Teamstar David Alaba, der den Sprung in die 55 Kicker zählende Vorauswahl geschafft hatte, waren nur Außenseiterchancen eingeräumt worden.

Fuchs-Coach Ranieri holt Trainertrophäe

Nach dem sensationellen Titelgewinn in der englischen Premier League mit Abstiegskandidat Leicester City gewann Claudio Ranieri nun auch die Auszeichnung als Trainer des Jahres vor Reals Zinedine Zidane und Portugals Europameister-Coach Fernando Santos. „Ich werde verrückt“, sagte der italienische Trainer von ÖFB-Legionär Christian Fuchs überwältigt. „Was für ein verrücktes Jahr.“

Der Titel der Weltfußballerin ging wie schon im Vorjahr und damit zum zweiten Mal an die Amerikanerin Carli Lloyd, als Trainerin des Jahres wurde bereits zum dritten Mal die Deutsche Silvia Neid geehrt. Bei der Weltfußballer-Wahl waren zu gleichen Teilen die Stimmen der Spielführer und Cheftrainer von Nationalteams, einer ausgewählten Gruppe von Medienvertretern sowie erstmals auch Fans ausschlaggebend.

FIFA-Auszeichnungen für 2016:

FIFA-Fußballer des Jahres: Cristiano Ronaldo (POR/Real Madrid) bzw. Carli Lloyd (USA/Houston Dash)

FIFA-Weltauswahl: Manuel Neuer - Dani Alves, Gerard Pique, Sergio Ramos, Marcelo - Luka Modric, Toni Kroos, Andres Iniesta - Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Luis Suarez

FIFA-Welttrainer des Jahres: Claudio Ranieri (ITA/Englischer Meistertitel mit Leicester City) bzw. Silvia Neid (GER/Olympiagold mit dem deutschen Frauen-Nationalteam)

FIFA-Fair-Play-Preis: Atletico Nacional (COL) für das Überlassen des Titels der Südamerika-Champions-League an Chapocoense nach dem Absturz des Flugzeugs mit dem brasilianischen Team

FIFA-Puskas-Preis (schönstes Tor): Faiz Subri (MAS/Penang FA)

FIFA-Fan-Award: Borussia Dortmund und FC Liverpool

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