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Vierter Sieg im vierten Duell

Der Wiener Austria hat gegen Red Bull Salzburg auch ein Zweitorevorsprung nicht zum ersten Saisonsieg gereicht. Die „Veilchen“ mussten sich am Donnerstag in der 35. Runde im Ernst-Happel-Stadion den „Bullen“ mit 2:3 (2:1) geschlagen geben und verloren damit auch das vierte Duell. Ein Doppelschlag in der zweiten Hälfte sorgte für die Entscheidung zugunsten der Gäste.

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Ein Eigentor von Andreas Ulmer (6.) und der 17. Saisontreffer von Larry Kayode (29.) hatten die Mehrheit der 11.054 Zuschauer im Wiener Prater vom ersten Sieg der Austria über die Salzburger in dieser Saison träumen lassen. Amadou Haidara gelang aber in einer hitzigen Partie noch vor der Pause der verdiente Anschlusstreffer für die spielbestimmenden Gäste (44.). Hee Chan Hwang (64.) und Valentino Lazaro (66.) drehten mit zwei Toren in nur zwei Minuten die Partie endgültig zugunsten der Salzburger.

Lazaro macht Doppelschlag perfekt (66.)

Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich bringt Lazaro die Salzburger durch eine schöne Einzelaktion mit 3:2 in Führung.

Salzburg rotiert

Für die bereits als Meister feststehenden Salzburger ging es im Prater vor allem darum, erstens die weiße Weste gegen die Wiener zu behalten und zweitens einigen Akteuren Spielpraxis im Hinblick auf das Cupfinale am 1. Juni gegen Rapid zu geben. Daher wirbelte Coach Oscar Garcia seinen Kader gehörig durcheinander. Mit dabei von den Stammspielern war hingegen Andreas Ulmer - trotz Knieproblemen und verbalen Schlagabtauschs mit dem ebenfalls im Stadion anwesenden Teamchef Marcel Koller unter der Woche.

Austria-Trainer Thorsten Fink bot hingegen das Beste auf, was er im Moment zur Verfügung hatte. Die Wiener wollten sich auf eventuelle Rechnereien im Fernduell gegen Sturm Graz gar nicht einlassen. Außerdem ging es für die Violetten um den ersten Sieg gegen die Salzburger in dieser Saison. Denn in den drei Spielen davor gab es für den aktuellen Zweiten gegen den Meister nichts zu holen. Dreimal zog man deutlich den Kürzeren. Das Torverhältnis von 2:12 sagte alles über die bisherigen Kräfteverhältnisse aus.

Austria-Traumstart dank Eigentor

Lange dauerte es nicht, und die Austria verbesserte das Torverhältnis zu ihren Gunsten um eins. Denn bereits nach sechs Minuten stand es 1:0 für die Gastgeber. Und ausgerechnet Ulmer war es, der vor Kollers von einer Sonnenbrille verdunkelten Augen den Ball nach einem Eckball von Raphael Holzhauser mit der Schulter ins eigene Tor abwehrte. Der anstelle von Alexander Walke aufgebotene Cican Stankovic im Tor konnte dem Ball nur ungläubig nachschauen. Wenig später hatte Felipe Pires sogar den zweiten Treffer auf dem Fuß, doch diesmal blieb Stankovic Sieger (13.).

Austria geht früh in Führung (6.)

Nach einem Eckball fälscht Ulmer den Ball unglücklich mit dem Rücken ins eigene Tor zum 1:0 ab.

Die Zuschauer wurden in der Anfangsphase für ihr Eintrittsgeld mit einer munteren Partie entlohnt. Salzburg versuchte so schnell wie möglich den schnellen Rückstand wieder wettzumachen. Die Austria wurde immer mehr in die Defensive gedrängt und musste auf Konter hoffen. Vor allem Ulmer war es anzusehen, dass er sein Missgeschick wieder ausbügeln wollte. Zuerst konnten Hwang und Konrad Laimer den Ball nach einem guten Querpass des Verteidigers nicht bändigen (17.), dann rutschte wieder Hwang an einer noch besseren Vorlage am langen Eck vorbei (24.).

Stankovic blamiert sich

Obwohl sich das Geschehen meist in der Hälfte der Austria abspielte, stand es wie aus dem Nichts 2:0 für die Hausherren. Diesmal war es Stankovic, der einen riesigen Bock schoss. Der Salzburger Schlussmann vertändelte nach einem Rückpass von Duje Caleta-Car das Leder leichtfertig gegen Kayode, und der violette Torjäger netzte locker ein (29.). Während sich Kayode als neuer Spitzenreiter der Torschützenliste feiern ließ, wollte Stankovic am liebsten im Boden versinken.

Kayode nutzt katastrophalen Tormannfehler (29.)

Trotz mehrerer Anspielmöglichkeiten hält Salzburg-Tormann Cican Stankovic den Ball zu lange. Kayode schaltet schnell und nutzt den Fehler zum 2:0 aus.

Salzburg blies jetzt endgültig zum Sturmlauf, blieb aber lange glücklos; Ulmer traf per Freistoß die Stange (32.), Paolo Miranda scheiterte per Kopf an Osman Hadzikic. Erst kurz vor der Pause hatte der Austria-Goalie das Nachsehen. Haidara - einem der erfolgreichen Youth-League-Helden - gelang mit einem Gewaltschuss der verdiente Anschlusstreffer (44.). Nur kurz davor hatten die Salzburger eine Schrecksekunde zu verdauen, nachdem Valon Berisha Diadie Samassekou unabsichtlich den Schuh ins Gesicht gerammt hatte. Letztgenannter konnte zwar mit Kopfverband weiterspielen, die Spuren des Zwischenfalls wird der Mann aus Mali aber wohl noch länger im Spiegel sehen.

Salzburger Doppelschlag dreht Partie

Zu Beginn der zweiten Hälfte schien es so, als könnten die Austrianer den Salzburger Angriffswirbel eindämmen. Doch Unachtsamkeiten in der Abwehr brachten die Wiener um die Früchte ihrer Arbeit. Denn mit einem Doppelschlag in nur zwei Minuten drehten die „Bullen“ die Partie zu ihren Gunsten. Hwang staubte in der 64. Minute zum Ausgleich ab, nachdem der Ball zunächst tückisch durch den Strafraum gesprungen war. Die Austrianer hatten vergeblich Abseits reklamiert, auch die x-te Wiederholung im TV konnte die Situation nicht endgültig auflösen.

Haidara mit Kracher zum Anschluss (44.)

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit nimmt sich Amadou Haidara ein Herz, zieht aus rund 25 Metern ab und trifft zum 2:1 ins Kreuzeck.

Nur kurz darauf kam es für die Wiener noch schlimmer. Haidara schickte Lazaro mit einem Traumpass auf die Reise. Der Teamspieler dribbelte den aus dem Tor geeilten Hadzikic gleich zweimal aus und schob aus spitzem Winkel ein. Mit einem Schlag war die Fixierung von Platz zwei für die Austria in weite Ferne gerückt. Jetzt drückte Salzburg auf die endgültige Entscheidung und attackierte früh, die Wiener konnten sich nur mit Fouls helfen. Schiedsrichter Andreas Kollegger griff vermehrt zum gelben Karton, auch weil sich die „Bullen“ ihrerseits mit Härteeinlagen revanchierten.

Hwang gleicht aus (64.)

Eine Flanke von Wanderson geht an Freund und Feind vorbei, Austria-Tormann Hadzikic kann den Ball nur kurz abwehren und Hwang staubt locker zum 2:2 ab.

Die Austria versuchte noch einmal alles nach vorne zu werfen, verstrickte sich aber immer wieder in Diskussionen mit Schiedsrichter Kollegger. Die Anspannung in Violett war bis unter das Dach des Stadions zu spüren. Salzburg ließ sich aber die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und holte auch im vierten Duell mit den Wienern drei Punkte. Gewinnen die „Bullen“ auch das letzte Saisonspiel gegen Altach, würde man mit 81 Punkten einen neuen Vereinsrekord aufstellen. Für die Austria geht der Kampf um Platz zwei auch in der letzten Runde weiter.

Stimmen zum Spiel:

Thorsten Fink (Austria-Trainer): „In der ersten Hälfte haben wir sehr, sehr gut gespielt, super verteidigt, den Plan umgesetzt und 2:0 geführt. Eigentlich ist das dann unser Spiel. Dann war es ein tolles Tor, ein Sonntagsschuss, was psychologisch nicht ideal ist gegen diese starke Mannschaft. Vielleicht kann man uns vorwerfen, dass man dann auch noch mehr machen muss, aber ich muss meiner Mannschaft dennoch ein Kompliment machen. Wir haben es nach wie vor in der Hand (Vizemeister zu werden, Anm.).“

Rene Aufhauser (Salzburg-Assistenztrainer): „Das Spiel hat ziemlich schlecht für uns begonnen, aber ein tolles Tor hat uns wieder zurückgebracht. Haidara hat ein ganz, ganz starkes Debüt gegeben. Ein 0:2 bei der Austria aufzuholen, ist nicht leicht. Das hätte der Austria eigentlich in die Karten gespielt. Es ist ein starkes Zeichen der Mannschaft, dass sie die Spannung hoch halten kann.“

Tipico-Bundesliga, 35. Runde

Donnerstag:

Austria - Salzburg 2:3 (2:1)

Ernst-Happel-Stadion, 11.054 Zuschauer, SR Kolleger

Tore:
1:0 Ulmer (6./Eigentor)
2:0 Kayode (29.)
2:1 Haidara (44.)
2:2 Hwang (64.)
2:3 Lazaro (66.)

Austria: Hadzikic - Larsen, Rotpuller, Filipovic, Salamon - Grünwald, Serbest, Holzhauser (78./Friesenbichler) - Tajouri (63./De Paula), Kayode, Pires (85./Kvasina)

Salzburg: C. Stankovic - Schwegler, Miranda, Caleta-Car, Ulmer - Haidara (75./C. Leitgeb), Samassekou - Lazaro (68./Minamino), V. Berisha (53./Wanderson) - Laimer, Hwang

Gelbe Karten: Filipovic, Serbest, Rotpuller, Grünwald, Kayode bzw. Laimer, Wanderson

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