Verdasco übernimmt das Kommando
Alexander Zverev ist bei den French Open überraschend bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Der 20-jährige Deutsche verlor am Dienstag gegen den 33-jährigen Sandplatzspezialisten Fernando Verdasco aus Spanien mit 4:6 6:3 4:6 2:6.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Die Partie war am Montagabend nach zwei Sätzen wegen Dunkelheit und leichtem Regen abgebrochen worden. Bei der Fortsetzung fand Zverev in Paris nie seinen Rhythmus und konnte zu keiner Zeit an seine guten Leistungen in den Wochen zuvor anknüpfen. Nach dem Titelgewinn in Rom mit dem Finalsieg gegen Novak Djokovic war er als Mitfavorit gehandelt worden. Doch nach 2:53 Stunden war das Turnier für ihn bereits wieder vorbei.
Alexander Zverev ausgeschieden
Mit Alexander Zverev ist bei den French Open einer der Mitfavoriten ausgeschieden.
„Es lag an keinem anderen als an mir“
„Ich habe einfach großen Mist gespielt, so einfach ist das“, sagte Zverev nach der Partie. Entschuldigungen für das frühe Aus wollte der Weltranglistenzehnte nicht suchen. „Es lag an keinem anderen als an mir“, erklärte der Weltranglistenzehnte. Im Vorjahr war Zverev erst in der dritten Runde an Österreichs Dominic Thiem gescheitert.
„Die Welt geht jetzt nicht unter, nur weil ich mal ein Spiel verloren habe. Das ist keine Tragödie“, nahm Zverev die Niederlage gelassen. Natürlich sei er enttäuscht, und selbstverständlich müsse man über seine Leistung gegen Verdasco besorgt sein. Doch das große Ganze jetzt in Frage zu stellen sei unangebracht. „Ich bin immer noch die Nummer vier im Race to London und habe bislang immer noch ein sehr gutes Jahr gespielt“, sagte der zweifache Turniersieger dieser Saison.
Schlechteste deutsche Grand-Slam-Bilanz seit 2008
Der deutsche Tennisbund (DTB) verbuchte bei den French Open das schlechteste Grand-Slam-Ergebnis seit neun Jahren. Am Montag wurde die mit dem Aus der Weltranglistenersten Angelique Kerber begonnene Pleitenserie fortgesetzt. Von insgesamt 13 Spielerinnen und Spielern (sieben Damen und sechs Herren) erreichten nur Tatjana Maria und Carina Witthöft die zweite Runde im Einzel.
Letztmals hatte 2008 mit Sabine Lisicki bei den French Open nur ein deutscher Profi die erste Runde eines Grand Slams überstanden. Seitdem waren in Melbourne, Paris, Wimbledon oder New York stets mindestens fünf deutsche Damen oder Herren in die zweite Runde eingezogen.
Murray muss einen Satz abgeben
Der top gesetzte Andy Murray musste gleich in der ersten Runde einen Satz abgeben, gewann gegen den Russen Andrej Kusnezow nach 2:32 Stunden aber noch klar mit 6:4 4:6 6:2 6:0. Der Vorjahresfinalist aus Schottland sucht schon das ganze Jahr jene Form, in der er die zweite Jahreshälfte 2016 dominiert hatte. Allerdings war Murray unter anderem auch durch eine Gürtelrose zurückgeworfen worden.
„Kusnezow spielt sehr aggressiv, und schlägt den Ball sehr flach. Er gibt dir nicht viel Zeit“, lobte Murray seinen Kontrahenten. „Es war ziemlich windig heute, aber ich habe mich dann immer besser darauf eingestellt“, erklärte der 45-fache Turniersieger seine Steigerung. Murray ist mit sehr guten Erinnerungen nach Paris zurückgekommen, erzählte er. „Ja ich war hier im Vorjahr im Finale und bin dann während des Turniers in Bercy zur Nummer eins der Welt geworden.“
Starkes Comeback von Del Potro
Juan Martin del Potro ist hingegen nach vierjähriger Pause mit einem Sieg zu den French Open zurückgekehrt. Der Argentinier, der die vier letzten Auflagen in Roland Garros wegen Verletzungen - vor allem am Handgelenk - versäumt hatte, schlug seinen Landsmann Guido Pella in der ersten Runde glatt 6:2 6:1 6:4.

APA/AFP/Christophe Simon
Del Potro präsentierte sich in alter Stärke
Die ehemalige Nummer vier der Welt hatte zuletzt 2012 in Paris gespielt und war damals im Viertelfinale an Roger Federer gescheitert. Sein bestes Resultat erreichte er 2009 mit dem Einzug ins Halbfinale.
Paris-Start bis zuletzt fraglich
Der 28-jährige Del Potro, der derzeit die Nummer 30 der Welt ist, hatte sich wegen Rücken- und Schulterschmerzen erst im letzten Moment für die Teilnahme am zweite Major-Turnier des Jahres entschieden. Am Dienstag war dem US-Open-Sieger von 2009 nichts von einer Beeinträchtigung anzumerken. Der „Turm von Tandil“ konnte vor allem mit seinem Aufschlag (13 Asse) überzeugen und war gegen seinen Landsmann klar der Chef auf dem Platz.
Nachdem er im Vorjahr bei seiner Rückkehr auf die Tour Silber bei den Olympischen Spielen in Rio erobert und Argentinien zum Sieg im Davis-Cup geführt hatte, hatte er zu Jahresbeginn auf die Australian Open verzichtet, um seinem Körper eine Ruhepause zu gönnen.
Konta früh ausgeschieden
Bei den Damen erwischte es nach Angelique Kerber mit Johanna Konta eine zweite Spielerin aus den Top Ten. Die als Nummer sieben gesetzte Britin musste sich der Taiwanesin Hsieh Su-Wie 6:1 6:7 (2/7) 4:6 geschlagen geben. Während Konta, die bei den Australian Open im Vorjahr bis ins Halbfinale und heuer ins Viertelfinale gekommen war, in Roland Garros zum dritten Mal in Folge in der ersten Runde scheiterte, feierte ihre Gegnerin beim siebenten Paris-Start zum zweiten Mal nach 2016 einen Auftaktsieg.
Im Gegensatz zu Konta zog Jelina Switolina problemlos in die zweite Runde ein. Die als Nummer fünf gesetzte Ukrainerin schlug die zweifache Paris-Viertelfinalistin Jaroslawa Schwedowa aus Kasachstan 6:4 6:3. „Ich habe mich auf dem Platz gut gefühlt und habe bei den wichtigen Punkten gut gespielt“, sagte die aktuelle Rom-Siegerin. „Der Gewinn eines wichtigen Titels unmittelbar vor Turnierauftakt hat mir viel Selbstvertrauen gegeben. Ich freue mich schon auf mein nächstes Match.“
Link: