„Es war wirklich höchste Zeit“
Bernhard Eisel ist am Montag in Klinikum Klagenfurt wegen einer Gehirnblutung operiert worden. Der 37-Jährige hat den Eingriff gut überstanden und muss noch bis Freitag im Krankenhaus bleiben. Die Fortsetzung seiner Karriere sei durchaus vorstellbar, sagte Eisel am Mittwoch zur „Kleinen Zeitung“.
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Bei der Gehirnblutung dürfte es sich um die Spätfolgen eines schweren Sturzes des Wahlkärntners beim Etappenrennen Tirreno-Adriatico Mitte März handeln. Zuletzt klagte der für sein Anfang Mai geplantes Comeback trainierende Familienvater über immer stärker werdende Kopfschmerzen und Schwindel.
Erinnerungslücken vor der Operation
„Erst dachte ich an eine Pollenallergie“, so Eisel. Bei neurologischen Untersuchungen sei dann aber die Blutung entdeckt und eine sofortige Operation durchgeführt worden. „Es war wirklich höchste Zeit für den Eingriff. Ich habe von Sonntag weg Erinnerungslücken, bis zum Aufwachen nach der Operation“, sagte Eisel, der aber schon wieder zu Scherzen aufgelegt war: „Es wurde ein kleines Loch gebohrt. Und ja, sie haben Gehirn gefunden.“
Derzeit gehe es ihm den Umständen entsprechend gut. Er müsse aber noch bis zum Wochenende zur Beobachtung im Klinikum bleiben, so Eisel. Ob er wieder ins Renngeschehen zurückkehren werde, sei offen. „Für mich ist es wichtig, dass ich wieder hundertprozentig fit werde. Sollte das der Fall sein, kann ich mir eine Fortsetzung meiner Karriere vorstellen. Derzeit kann ich dazu aber nichts sagen“, sagte Eisel.
Leichtes Training in zwei Wochen möglich
In einem Statement seines Dimension-Data-Teams wurde verlautbart, dass Eisels Gehirnblutung definitiv eine Spätfolge seines Sturzes ist. Da die Blutung nur sehr langsam über ein paar Wochen erfolgt ist, wurde auch in einer ersten Untersuchung damals nichts festgestellt.
Bei der Operation wurde der Druck vermindert und die Ansammlung von geronnenem Blut entfernt. „Wir können bestätigen, dass die Operation erfolgreich war und in der Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt ohne Komplikationen verlaufen ist“, so das Team. Eisel könne in zwei Wochen mit leichtem Training beginnen und „hoffentlich“ in vier Wochen wieder in das volle Training im Freien einsteigen, selbstverständlich erst nach einer neuerlichen MR.
Eisel selbst kann nicht sagen, wann er wieder auf dem Rad sitzen wird. „Jetzt möchte ich einmal gesund werden, mir Zeit lassen, und wenn mir die Ärzte grünes Licht geben, entscheiden, wann ich zurückkehre“, wird Eisel zitiert. „Ich fahre immer noch gerne Rad, aber das war schon eine massive Sache, die meinem Körper da passiert ist. Da überlegt man schon zweimal.“
Auch Handgelenk gebrochen
Bei dem Sturz vor eineinhalb Monaten in Italien hatte sich der zwölffache Tour-de-France-Teilnehmer einen Handgelenksbruch und schwere Blessuren im Gesicht zugezogen. Danach trainierte der gebürtige Steirer mit einer eingegipsten Hand für sein demnächst geplantes Comeback.
Bei einer gemeinsamen Ausfahrt in der Vorwoche verletzte sich sein Trainingspartner Marco Haller durch eine Kollision mit einem Pkw schwer am linken Knie, Eisel selbst entging dem Zusammenstoß mit dem Fahrzeug nur knapp.
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