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Neunter Titel im Visier

Roger Federer kann beim am Montag beginnenden Grand-Slam-Turnier in Wimbledon den Allzeitrekord von Martina Navratilova einstellen. Die gebürtige Tschechoslowakin und spätere US-Amerikanerin holte an der Church Road von 1978 bis 1990 neun Einzel-Titel, Federer sicherte sich im Vorjahr nach vierjähriger Pause seinen achten. Damit ist er alleiniger Rekordhalter bei den Herren und auch diesmal der Favorit.

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Das Erfolgsrezept aus dem Vorjahr hat der Schweizer auch heuer wieder angewandt und auf die Sandplatzsaison verzichtet. 2017 stürmte Federer beim Rasen-Major ohne Satzverlust zum Triumph und fertigte den Kroaten Marin Cilic im Finale 6:3 6:1 6:4 ab. Auch im Vorjahr hatte Federer davor die Australian Open gewonnen. Anders ist heuer nur, dass der 36-Jährige das Endspiel in Halle verloren statt gewonnen hat. Dadurch musste er den Platz an der Spitze der Weltrangliste wieder Rafael Nadal überlassen.

Wimbledon-Sieger 2017 Roger Federer mit Pokal

Reuters/Daniel Leal-Olivas

Diesen Moment kennt kein anderer Spieler in Wimbledon so gut wie Federer

Seit 2003 nur vier verschiedene Sieger

Der Spanier hat mit seinen Wimbledon-Triumphen 2008 und 2010 dazu beigetragen, dass jede der vergangenen 15 Auflagen an einen der „Big Four“ der letzten Jahre gegangen ist. Die restlichen fünf Titel neben jenen von Federer und Nadal holte der Serbe Novak Djokovic (2011, 2014 und 2015) sowie der Brite Andy Murray (2013 und 2016).

Aktuell scheint Federer am ehesten dafür gewappnet zu sein, diese Serie aufrechtzuerhalten und den Ansturm der übrigen Titelanwärter abzuwehren. Nadal hat seit seinen beiden Triumphen in Wimbledon nicht mehr an die damaligen Leistungen auf Rasen angeschlossen und nach seinem elften Paris-Triumph Selbstvertrauen, aber keine Turnierpraxis auf dem jetzigen Belag. Exhibitions im Londoner Hurlingham-Club sollten dieser Tage noch ein wenig Abhilfe schaffen.

Start von Murray noch offen

Murray ist erst in der Vorwoche aus der Verletzungspause gekommen und als Weltranglisten-156. ungesetzt. Damit könnte er aber für jeden der Gesetzten zur frühen Gefahr werden. Der Schotte wollte nach seinem Comeback diese Woche in Eastbourne über sein Wimbledon-Antreten aber noch entscheiden. „Ich komme nach einer sehr ernsten Verletzung zurück, was nicht leicht ist“, sagte der 31-Jährige. „Meine Gesundheit und mein Körper sind meine erste Priorität.“

Andy Murray

Reuters/Paul Childs

Murray hatte nicht viel Zeit zur Vorbereitung

Bei Djokovic wiederum sieht es besser aus, auch wenn er nach seiner Finalniederlage in Queen’s nun ein ganzes Jahr ohne Titelgewinn auf der Tour ist. Die Aufbesserung seiner Setzung auf Position zwölf zeigt aber, dass mit dem 31-Jährigen in Wimbledon immer zu rechnen ist. Djokovic selbst spielt diese Erwartungen aber herunter. „Ich würde nicht sagen, dass ich ein Anwärter auf die Trophäe bin“, erklärte der ehemalige Weltranglistenerste. Allerdings räumt der „Djoker“ auch ein, dass es seit seinem Tiefpunkt in März in Miami stetig aufwärtsgegangen ist.

Mehr als nur Außenseiter

Einige der Konkurrenten haben sich aber ebenfalls positioniert. Der ehemalige US-Open-Sieger Cilic scheint nach dem Queen’s-Sieg bereit zu sein, um nach seinem Vorjahresfinale eventuell noch eine Stufe höher zu steigen. Der Deutsche Alexander Zverev nimmt einen weiteren Anlauf auf einen Grand-Slam-Titel, nachdem er in Paris erstmals in ein Viertelfinale gekommen war und da Dominic Thiem unterlag.

Dominic Thiem in Wimbledon 2017

Reuters/Tony O'Brien

2017 kam Thiem in Wimbledon erstmals bis ins Achtelfinale

Österreichs Hoffnung ist durchaus zuzutrauen, auch auf Rasen gut mitzumischen. Im Vorjahr musste sich der Niederösterreicher im Achtelfinale dem Tschechen Tomas Berdych, der erst im Halbfinale an Federer scheiterte, in fünf Sätzen geschlagen geben.

Offenes Feld bei den Damen

Titelverteidigerin bei den Damen ist die Spanierin Garbine Muguruza. Die Rumänin Simona Halep kann als Nummer eins und gelöst in das Turnier gehen, nachdem sie in Paris ihren ersten Major-Titel geholt hatte. Die Dänin Caroline Wozniacki hat heuer in Melbourne triumphiert.

Offen ist die Rolle und die Verfassung von Serena Williams. Die siebenfache Wimbledon-Siegerin aus den USA hat seit ihrem verletzungsbedingten Aus im Achtelfinale von Paris nicht mehr gespielt, ist als Setznummer 25 aber in einer gefährlichen Angriffsposition. Bei den britischen Buchmachern ist sie hinter der zweifachen Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova aus Tschechien sogar die Nummer zwei.

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