OSV-Ass auf Medaillenkurs
Der Niederösterreicher Felix Auböck steht bei der Schwimm-EM in Glasgow im Finale über 400 m Kraul. Der 21-Jährige kam am Freitagvormittag auf eine Vorlaufzeit von 3:48,01 Minuten und Gesamtrang vier. Schnellster war der Ukrainer Michailo Romantschuk in 3:46,95 Minuten. Der Endlauf der Top acht ist für den Abend angesetzt.
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Es ist Auböcks erster Auftritt für die rot-weiß-rote Mannschaft, seit er vor einem Jahr über 400 m und 800 m Kraul in die WM-Top-Sechs geschwommen ist. Für die Kurzbahn-EM im Dezember in Kopenhagen musste der Athlet von Wasserfreunde Spandau 04 wegen Uniprüfungen passen, aufmerksam auf sich machte er Ende März bei den NCAA-Finals in Minneapolis mit zwei zweiten Plätzen. Auch da ruhten schon mehr Blicke auf ihm als beim ebenfalls erfolgreichen Auftritt im Jahr davor.

GEPA/Philipp Brem
Gleich zum EM-Auftakt winkt dem OSV über 400 m dank Auböck eine Medaille
Auf das 400er-Finale spitzt Auböck am meisten. Schon bei der vergangenen Langbahn-EM Mitte Mai 2016 in London verpasste er über diese Strecke als Vierter Bronze nur um sieben Hundertstelsekunden. Der damalige Titelträger Gabriele Detti ist diesmal nicht dabei. Der Italiener war vor einem Jahr in Budapest als WM-Dritter der einzige vor Auböck klassierte Europäer. Die Chance auf einen Podestplatz scheint diesmal also groß, sollte das Ass des Österreichischen Schwimmverbands (OSV) seine gute Form ausspielen können.
„Der Lauf war auch taktisch“
Im Gegensatz zur Budapest-WM, bei der er mit der schnellsten Vorlaufzeit beeindruckte und dann Fünfter wurde, ging es Auböck diesmal anders an. „Bei der WM war ich in einer ganz anderen Position, da war ich der Underdog“, sagte der 21-Jährige. „Jetzt aber schauen alle auf mich.“ Der Niederösterreicher war mit der schnellsten Nennzeit ins Rennen gegangen und spürte daher ein wenig Druck. „Ich wäre gerne ein bisschen schneller geschwommen, aber der Lauf war auch taktisch. Vorläufe sind immer hart, ich denke, das waren jetzt so 97, 98 Prozent.“
Immerhin hat Auböck seinen Lauf gewonnen, nachdem er sich fast die gesamte Rennzeit über auf den Rängen zwei bis drei gehalten hatte. Letztlich war er auch mit sich zufrieden: „Ich bin im Finale, mehr kann ich am Vormittag nicht schaffen.“ Schnellster war der Ukrainer Michailo Romantschuk in 3:46,95 Minuten. Zwei Deutsche schafften den Einzug in den Achterendlauf, und zwar als Zweit- und Drittschnellster.
Neben dem 400er soll der 800er im Tollcross International Swimming Centre zu einer wichtigen Strecke Auböcks werden. Die zweitlängste Distanz bildet am Dienstag den Schlusspunkt seiner vier Einzelstrecken. Die Vorläufe über 1.500 und 200 m sind dazwischen für Samstag und Montag angesetzt. Dem Auftaktevent misst Auböck auch in Bezug auf den „Marathon“ große Bedeutung bei. „Je nachdem, wie es über den 400er läuft, werde ich sehen, wie groß die Chancen über 1.500 m sind.“
Auböck bleibt zum Auftakt einziger Finalist
Alle übrigen im Einsatz gewesenen Österreicher schieden aus, einige aber mit persönlicher Bestzeit. So schaffte das Bernhard Reitshammer über 50 m Rücken um knappe vier Zehntel, wurde in 25,78 Sekunden 29. Lena Kreundl - primär als Staffelschwimmerin mitgenommen - war über 50 m Kraul als ebenso 29. in 25,82 Sekunden so schnell wie noch nie auf dieser Distanz. Bei Reitshammer fehlten 28 Hundertstel auf den Aufstieg, bei Kreundl 33 Hundertstel.
Letztlich steigerte sich Valentin Bayer über 100 m Brust in 1:01,24 Minuten. Er wurde 24. Sein Trainingskollege Christopher Rothbauer war als 23. eine Hundertstel schneller, verpasste den Aufstieg ins Semifinale um 29 Hundertstel. Johannes Dietrich landete in 1:01,80 auf Rang 33. Über 200 m Brust rechnet sich das Trio allerdings mehr aus.
Die Herren-Staffel über 4 x 100 m Kraul wurde mit Reitshammer, Robin Grünberger, Heiko Gigler und Alexander Trampitsch in 3:18,91 Minuten 15. Gut zwei Sekunden fehlten auf das Finale der Top Acht. Rang 13 in einem 18-köpfigen Feld wurde es für die junge Marlene Kahler über 800 m Kraul. Ihre Bestzeit verpasste sie in 8:46,82 Minuten aber doch um knapp zehn Sekunden. Unter ihren Möglichkeiten blieb auch Claudia Hufnagl über 100 m Delfin, in 1:02,36 Minuten belegte sie lediglich Rang 32.
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