Fünf Punkte Rückstand auf Spitze
Im technischen Sinn war es ein Nachmittag ohne Niederlage, und doch hat es am Sonntag auf der Linzer Gugl zwei Verlierer gegeben. Das 1:1 zwischen LASK und Salzburg entfernte beide Teams wieder ein Stückchen vom Erreichen ihres Saisonziels in der Bundesliga. Die Linzer konnten im Abstiegskampf keinen Boden auf Mattersburg gutmachen, Salzburg verlor selbigen auf den Spitzenreiter.
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Während der Meister neun Runden vor Schluss fünf Punkte hinter Tabellenführer Austria Wien liegt, fehlen dem oberösterreichischen Schlusslicht weiterhin acht Zähler auf den rettenden neunten Platz. „Das war sehr enttäuschend und viel zu wenig für unsere Ansprüche“, sagte ein enttäuschter „Bullen“-Coach Huub Stevens nach dem über weite Strecken gezeigten Trauerspiel seiner Mannschaft. Beobachter Andreas Herzog brachte es auf den Punkt: „Man hat eine Mannschaft gesehen, die nicht absteigen will, und eine, die nicht Meister werden will.“
Keinen Anspruch auf den Titel
Stevens versuchte erst gar nicht, die gebotene Leistung schönzureden. „Wenn man so auftritt, hat man nicht den Anspruch, um den Titel zu spielen“, sagte der sichtlich schockierte Niederländer, dessen Team zum dritten Mal in Folge und bereits zum elften Mal in dieser Saison unentschieden spielte - das ist Höchstwert in der Liga vor Rapid und Innsbruck, die bei neun Remis halten.

GEPA/Walter Luger
Roman Wallner und Salzburg erhielten vom LASK einen kräftigen Dämpfer.
Das spielerische Unvermögen der Gäste, das besonders in der ersten Hälfte gegen zwar defensiv starke, aber offensiv harmlose Hausherren klar zu sehen war, ließ auch Stevens nicht kalt. „Wir konnten in der ersten Hälfte das Spiel nicht gestalten, wie wir uns das vorgestellt hatten, sind auch noch in Rückstand geraten und haben es dann mit der Brechstange versucht“, analysierte der 57-Jährige.
LASK hadert mit „deppertem Tor“
Die Brechstange packte man dann tatsächlich auch beim Ausgleich aus. Christoph Leitgeb avancierte bei dem Freistoß in der Mauer zum „Drängler“, wodurch LASK-Spieler Thomas Piermayr den Ball von Roman Wallner unhaltbar für seinen Goalie Thomas Mandl abfälschte. „Wir haben eine Topleistung geboten und bis zum Umfallen gekämpft und werden durch ein deppertes Tor um den Lohn gebracht“, schimpfte der Linzer Schlussmann, übte sich aber auch in Ironie.
„Wir haben gegen Rapid 0:0 und gegen Salzburg 1:1 gespielt, wie’s ausschaut, sind wir im Titelrennen dabei“, meinte Mandl. LASK-Coach Walter Schachner freute sich zwar über den dritten Punkt seiner Ära (seit 1. März), weinte aber dem vergebenen ersten Sieg des LASK seit 16. Oktober des Vorjahres nach.
„Die Leistung wird leider nicht hundertprozentig mit Punkten belohnt. So ein Tor bekommt man nur, wenn man hinten in der Tabelle steht. Einmal ist es ein Elfer, nun ein abgefälschter Freistoß.“ Und auch zu Salzburg machte sich der Steirer Gedanken. „Wenn ein Club den Anspruch hat, dass er Meister werden will, und mit solchen Millionenstars bestückt ist und wir als abgeschlagener Tabellenletzter so mithalten können, dann sagt das schon einiges.“
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