Zumindest bis Sonntag Tabellenführer
Die Austria hat auch ihr zweites Heimspiel in der tipp3-Bundesliga-Saison gewonnen. Gegen den Kapfenberger SV setzten sich die haushoch überlegenen Wiener am Samstag in der vierten Runde nicht zuletzt dank vier Treffern von Roland Linz mit 5:0 (2:0) durch und übernahmen damit zumindest bis Sonntag die Tabellenführung.
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Erstmals in dieser Meisterschaft durften auch die Stürmer der Wiener jubeln: Tomas Jun (36.) bzw. Linz dreimal aus dem Spiel (42., 72., 92.) und einmal vom Elfmeterpunkt (68.) brachen auch in der Liga ihre Torsperre, beiden hatten ja bereits in Europa-League-Qualifikation und Cup drei (Jun) bzw. zwei (Linz) Mal getroffen. Linz machte sich damit auch mit einem Schlag zum Führenden in der Torschützenliste.

GEPA/Christopher Kelemen
Roland Linz jubelt nach einem seiner vier Treffer
Jun bricht den Bann
Eine halbe Stunde lang rannten sich die Hausherren, die hinter der Solospitze Linz, Nacer Barazite, Jun und Zlatko Junuzovic, aufboten, aber zumeist in einer „gelben Wand“ fest. Weil Tempo und Kreativität fehlten, blieb ein Junuzovic-Schuss aus 15 Metern (25.) vorerst die einzige gefährliche Aktion der Favoritner.
Das änderte sich aber nach rund einer halben Stunde. Mit einem Seitfallrückzieher, den Wolf parieren konnte, leitete Linz die Drangphase der Austria ein, zwei Minuten später zappelte der Ball erstmals im Netz der Kapfenberger: Nach einem Doppelpass mit Jun scheiterte erst Barazite am herauseilenden Raphael Wolf, in der Folge schoss Jun erst Thomas Schönberger an, versenkte den Abpraller aber schließlich per Volley (36.).
Der Bann war gebrochen, die „Veilchen“ drückten den letzten Minuten der ersten Hälfte ihren Stempel auf. Markus Suttner ließ nach einem Passfehler in der Kapfenberg-Defensive aus rund 30 Metern die Latte erzittern (40.), wenig später folgte dann das 2:0: Einen Stanglpass von Florian Klein konnte Schönberger nur ungenügend klären, Linz staubte problemlos ab (42.).
Linz in Torlaune
Kapfenberg kam auch durch eine laute Pausenstandpauke von Trainer Werner Gregoritsch nicht richtig in Fahrt. Und so plätscherte die Partie in der zweiten Hälfte nach einem Stangenschuss von „Falken“-Verteidiger Machmadnaim Scharifi (46.) lange Zeit dahin.
Dann aber hatte Linz noch zweimal seinen großen Auftritt. In der 68. Minute schoss der 30-Jährige nach einem umstrittenen Handelfer - Harrer schien den Ball eher an die Schulter bekommen zu haben - trocken zum 3:0 ein (68.). Sechs Minuten später scheiterte Alexander Grünwald erst an Wolf, dann kam Linz an den Ball und vollendete zum 4:0 (74.).
In der Schlussphase hatten die Wiener noch mehrere Möglichkeiten, den Stand zu erhöhen. Zweimal Dario Tadic bzw. je einmal Marko Stankovic, Junuzovic und Linz scheiterten entweder an Wolf oder hatten das Visier nicht gut genug eingestellt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit war dann aber doch noch Linz zur Stelle: Nach Zuspiel von Alexander Grünwald schob er zum 5:0 ein.
Stimmen zum Spiel:
Karl Daxbacher (Austria-Trainer): „Die Mannschaft hat sehr guten Fußball gespielt. Wir haben Kapfenberg keine Chance gelassen, wir waren in allen Belangen besser. Wir haben zu Beginn aber etwas zu wenig Nachdruck gezeigt. Das 1:0 war befreiend, dann hat die Mannschaft aufgespielt. Gegen Kapfenberger, die sich in dieser Form sehr selten präsentieren: laufschwach, zweikampfschwach. Das sind eigentlich die Stärken von Kapfenberg, daher sollten wir das nicht überbewerten. Es hätte ein historischer Sieg werden können, denn es waren noch einige Chancen da, aber das will ich nicht bekritteln.“
Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): „Die Austria hat unsere Fehler gnadenlos ausgenützt. Wir konnten zu Beginn aus der Defensivordnung nicht auf Offensive umschalten. Dann haben wir ums Tor gebettelt. Der Elfer war eine zu harte Entscheidung. Außerdem haben wir eine sehr junge Mannschaft. Wir sind dann nach dem 0:3 ins offene Messer gelaufen.“
Roland-Linz (Austria-Torjäger): „Vier Tore in einem Spiel sind mir im Profibereich noch nie gelungen. Von erster Minute an waren wir die klar bessere Mannschaft. Am Anfang haben wir uns aber ein bisschen schwergetan. Nach den zwei Toren war es sehr leicht. Als Torschützenkönig war es sehr traurig für mich, dass ich zuletzt nicht ins Nationalteam einberufen worden bin. Ich gehe davon aus, dass ich das nächste Mal wieder dabei bin.“
Raphael Wolf (Kapfenberg-Tormann): Es tut mir leid für Leute, die von uns mitgefahren sind. Ich möchte mich dafür entschuldigen. Da hat hinten und vorne nichts gepasst. Was wir heute geleistet haben, ist inakzeptabel. Da gibt es keine Erklärung dafür. Wir müssen das aufarbeiten und schauen, dass wir aus der Scheiße rauskommen."
Tipp3-Bundesliga, vierte Runde
Samstag:
Austria - Kapfenberg 5:0 (2:0)
Generali-Arena, 7.641 Zuschauer, SR Hameter
Torfolge: 1:0 Jun (36.) 2:0 Linz (42.) 3:0 Linz (68./Elfer) 4:0 Linz (74.) 5:0 Linz (92.)
Austria: P. Grünwald - Klein, Margreitter, Ortlechner, Suttner - Hlinka, Liendl (69./A. Grünwald) - Barazite (77./Tadic), Jun (46./Stankovic), Junuzovic - Linz
Kapfenberg: Wolf - Scharifi, Schönberger, Taboga, Harrer - Hüttenbrenner (43./Wendler), Micic, Erkinger, Felfernig - Gregoritsch (69./Ordos), Elsneg (46./Sand)
Gelbe Karten: A. Grünwald bzw. Scharifi, Harrer, Wendler
Die Besten: Linz, Jun, Suttner, Junuzovic bzw. Felfernig
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