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Bukva erlöst den Meister

Ausgerechnet im Spiel gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Rapid hat Titelverteidiger Sturm in der vierten Runde den ersten Saisonsieg in der tipp3-Bundesliga gefeiert. Der erst in der Schlussphase eingewechselte Haris Bukva erlöste am Samstag mit seinem Siegestreffer zum 1:0 in der 92. Minute die 14.000 Zuschauer in der Grazer UPC-Arena und stieß Rapid von der Spitze der Liga.

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Jubel von Haris Bukva und Darko Bodul (Sturm)

GEPA/Hans Oberlaender

„Joker“ Bukva stach nach acht Minuten

Im Spiel der Wiener gegen das bisherige Schlusslicht waren die Grazer das klar feldüberlegene Team, konnten das spielerische Übergewicht aber lange nicht in einen zählbaren Erfolg ummünzen - bis sich der erst in der 84. Minute eingewechselte Bukva aus 20 Metern ein Herz nahm. Rapid-Torhüter Helge Payer machte dabei keine glückliche Figur, er konnte den Ball nur an die Innenstange ablenken, von wo er hinter die Linie sprang.

Sturm feierte damit den ersten Heimsieg gegen Rapid seit dem 18. Oktober 2009 und gab die Rote Laterne ab. Rapid musste nach dem ersten Gegentreffer in dieser Saison die Führung an die Austria abtreten.

Sturm mit drei Neuen

Drei Tage vor dem Play-off-Hinspiel in der Qualifikation für die Champions League setzte Sturm-Trainer Franco Foda auf drei neue Spieler. Zwei davon erwiesen sich als echte Verstärkungen. Ex-Kapitän Jürgen Säumel, der erst am Montag verpflichtet worden war, nahm im zentralen Mittelfeld wie in seinen besten Zeiten gleich das Spiel in die Hand und erhielt bei seinem Austausch (70.) Standing Ovations. Milan Dudic, der sein Bundesliga-Debüt im Dress der „Blackies“ gab, verlieh der Abwehr viel Halt. Zudem ersetzte Darko Bodul im Angriff den angeschlagenen Imre Szabics, der 22-Jährige konnte sich aber nicht entscheidend in Szene setzen und wurde nach rund einer Stunde ausgetauscht.

Sturm zeigte gegenüber den Partien zum Saisonauftakt eine klare Steigerung, hatte von Beginn an mehr vom Spiel, tat sich zunächst gegen die gut gestaffelten Rapidler aber schwer. Rapid ließ in der ersten Hälfte keine einzige zwingende Chance zu und kam selbst zu guten Möglichkeiten. Steffen Hofmann mit einem Freistoß (10.), Hamdi Salihi per Kopf (15.) und Boris Prokopic (45.) vergaben die Chancen.

Gastgeber erhöhen Druck und werden belohnt

In der zweiten Hälfte erhöhten die Gastgeber den Druck, Rapid kam zu keiner nennenswerten Chance mehr. Roman Kienast (48. und 56.), Samir Muratovic (62.) und Mario Haas (83.) vergaben ihre Möglichkeiten, ehe Bukva zum Matchwinner wurde.

Mit dem ersten Saisonsieg hat sich Sturm auch viel Selbstvertrauen für die vielleicht wichtigsten Spiele der Saison geholt. Am Dienstagabend geht es auswärts gegen den weißrussischen Meister BATE Borisow, am 24. August fällt im Heimspiel die Entscheidung, ob Sturm in die lukrative Champions League einzieht.

Die Spieler von Sturm Graz jubeln nach ihren Sieg gegen Rapid

APA/Markus Leodolter

Sturm reist mit einem Erfolgserlebnis nach Weißrussland

Stimmen zum Spiel:

Franco Foda (Sturm-Trainer): „Natürlich war der Sieg sehr, sehr wichtig. Wenn man auf dem letzten Tabellenplatz steht und gegen den Ersten spielt, dann ist das nicht so einfach, wie man zu Beginn gesehen hat. Doch die Mannschaft hat sich gesteigert und am Ende verdient gewonnen. Je länger das Spiel gedauert hat, desto mutiger sind wir geworden. Ich habe Haris Bukva bei seiner Einwechslung gesagt, er soll zielstrebig nach vorne spielen und ein Tor erzielen. Manchmal hören die Spieler eben auf ihren Trainer. Jürgen Säumel hat die ganze Woche über im Training einen sehr, sehr guten Eindruck hinterlassen. Deswegen habe ich mich entschlossen, ihn von Beginn an zu bringen. Und so lange es bei ihm mit der Kraft gepasst hat, hat er eine starke Leistung gebracht.“

Peter Schöttel (Rapid-Trainer): „Das war eine vermeidbare Niederlage. Es darf gar nicht so weit kommen, dass in der 92. Minute einer so zum Schuss kommt. Sturm war über weite Strecken die tonangebende Mannschaft, aber ohne gefährlich zu werden. Wir haben uns leider selbst mit Fehlpässen aus dem Spiel genommen. Es war eigentlich eine klassische 0:0-Partie. Heute waren wir alle miteinander, speziell in der ersten Hälfte, nicht gut. Das Einzige, was gepasst hat, war die Organisation nach hinten, nach vorne ging gar nichts.“

Haris Bukva (Sturm-Torschütze): „Wir waren über das gesamte Spiel gesehen die bessere Mannschaft, haben aber glücklich gewonnen. Der erste Sieg ist wichtig, noch wichtiger ist das schwere Spiel am Dienstag. In unserer Situation denken wir jetzt nur von Spiel zu Spiel.“

Jürgen Säumel (Sturm-Mittelfeldspieler, der sein Comeback gab): „Ich habe versucht, mich im Urlaub fit zu halten, habe im Läuferischen und im Kraftbereich viel gearbeitet, aber das Mannschaftstraining hat mir natürlich gefehlt. Es ist ein tolles Gefühl, wieder zu dieser Mannschaft zu gehören. Ich habe ja ein schlechtes Jahr mit vielen Verletzungen und wenig Einsätzen hinter mir. Es war für mich überraschend, dass ich gleich von Beginn an gespielt habe, aber es zeichnet Franco Foda bekanntlich aus, dass er unberechenbar ist.“

Tipp3-Bundesliga, vierte Runde

Samstag:

Sturm - Rapid 1:0 (0:0)

UPC-Arena, 13.931 Zuschauer, SR Drachta

Tor: 1:0 Bukva (92.)

Sturm: Gratzei - Standfest, Dudic, T. Burgstaller, Popchadse - Wolf (84./Bukva), Weber, Säumel (70./Haas), Hölzl - Kienast, Bodul (58./Muratovic)

Rapid: Payer - Katzer, Sonnleitner, Pichler, Schrammel - Trimmel (57./Prager), Hofmann, Heikkinen, Prokopic (72./Drazan) - Salihi (84./Gartler), Nuhiu

Gelbe Karten: Burgstaller bzw. Katzer, Nuhiu

Die Besten: Säumel, Dudic bzw. Heikkinen, Prokopic

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