ÖFB-Duo auf Wolke sieben
Dem 4:1-Sieg in Aserbaidschan haben am Freitag mit Andreas Ivanschitz und Marc Janko ausgerechnet zwei Spieler den Stempel aufgedrückt, die unter Ex-Teamchef Dietmar Constantini einen schweren bzw. aussichtslosen Stand hatten. Janko kam, obwohl offiziell zum Kapitän ernannt, nur selten zum Einsatz. „Sündenbock“ Ivanschitz war überhaupt gleich zweieinhalb Jahre unfreiwillig weg vom Fenster.
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Von den Altlasten befreit und mit neuer Motivation zeigten Janko und Ivanschitz, die auch während der fast einwöchigen EM-Abschlussreise Zimmerkollegen sind, eine gute Harmonie auf dem Feld. Der Stürmer beendete seine zweijährige ÖFB-Torsperre mit den Treffern Nummer acht und neun und zeigte sich seit langem wieder einmal von seiner besten Seite im Nationalteam. Der Mittelfeldspieler leistete zwei Assists für Janko und krönte die Rückkehr mit seinem achten Teamtreffer.
Ermöglicht wurden das echte und das gefühlte Comeback von Interimscoach Willi Ruttensteiner, der auf die Stärken des Duos setzte. „Ein Stürmer braucht Vertrauen. Das habe ich von Ruttensteiner bekommen, und das habe ich zurückgezahlt“, sagte Janko und ergänzte: „Er hat seine Sache wirklich gut gemacht.“ Auch Ivanschitz lobte: „Großes Kompliment an Willi Ruttensteiner. Er hat in kurzer Zeit viele wachgerüttelt und System reingebracht.“

GEPA/Christian Ort
Janko und Ivanschitz verstehen sich auch abseits des Rasens sehr gut
Große Erleichterung bei Ivanschitz
Vor allem bei Ivanschitz war die Erleichterung groß. Der Druck muss enorm gewesen sein, hätte doch eine schlechte Leistung alle seine Kritiker sofort wieder auf den Platz gerufen. Zwar hatte nicht alles, was der bald 28-Jährige machte, Hand und Fuß, doch in Anbetracht der Umstände war seine Leistung bemerkenswert. Ein Stammleiberl hat Ivanschitz deswegen nicht. Auch ist er nicht der ÖFB-Heilsbringer, er hat aber klar bewiesen, dass er mit seiner Übersicht, Laufbereitschaft und Spielverständnis zu den 23 besten Fußballern Österreichs zählt.
Die Nervosität, die Ivanschitz beim Einrücken ins Teamcamp verspürte, war letztlich unbegründet. „Ich glaube, ein besseres Comeback gibt es nicht. Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Das war schon ein großer Druck. Ich habe mir viel vorgenommen für das Spiel, aber einen großen Verdienst hat auch die Mannschaft, die mich super aufgenommen hat. Ich denke, ich habe mich gut eingefügt und gleich Leistung gebracht“, sagte der Mainz-Legionär, der bei seiner Auswechslung mit „Ivanschitz“-Sprechchören bedacht wurde.
Janko freut sich „unheimlich für Andi“
Bei seinem letzten ÖFB-Auftritt hatten die Anhänger noch eine ganz andere Meinung zu Ivanschitz. Als der damalige Kapitän am 11. Februar 2009 beim 0:2 im Testspiel gegen Schweden in Minute 76 ausgetauscht wurde, musste er ein lautes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen. „Ich freue mich unheimlich für Andi. Er hat sich während seiner Abwesenheit wie ein Sir verhalten, deshalb freue ich mich umso mehr, dass er mit einer so guten Leistung zurückgekommen ist“, so Janko.
Janko braucht „kein eigenes System“
Der Twente-Legionär blieb unter Constantini, mit dem er nicht immer das beste Einvernehmen hatte, selbst oft unter seinen Möglichkeiten, erhielt aber auch nicht immer die Chance, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Interimscoach Ruttensteiner hingegen bestätigte Janko noch kurz vor dem Match in Baku als Kapitän und setzte auf den Torjäger als Solospitze, während für Stefan Maierhofer nur Platz auf der Tribüne war.
Erklärungen, wonach seine durchwachsenen Leistungen in den letzten Länderspielen mit dem für ihn nicht maßgeschneiderten taktischen Konzept verbunden waren, ließ Janko nicht gelten. „Es braucht kein eigenes System für mich. Ich habe auch unter Karel Brückner getroffen, obwohl wir da mit zehn Mann verteidigt haben“, wollte der 28-Jährige nach seinem 22 Länderspiel festgehalten wissen.
Keine Schmutzwäsche waschen
Trotz ihres Ausrufezeichens im ersten Spiel nach Constantini wollten sowohl Janko als auch Ivanschitz keine Schmutzwäsche waschen. „Es wäre unfair, die letzten Misserfolge an ihm aufzuhängen. Er hat sein Bestes gegeben“, wollte der Stürmer kein schlechtes Wort über den Ex-Teamchef verlieren. Ivanschitz hofft indes, dass bezüglich seiner Person Normalität einkehrt: „Es bringt nichts, die lange Pause nach jedem Länderspiel neu aufzurollen. Das Thema ist erledigt, ich blicke nach vorne.“
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