„Die Sehnsucht ist groß“
Zum Start der Champions League in ihre 21. Saison kommen bei Bayern München unweigerlich wieder wehmütige Gedanken an die bittere Finalniederlage vor vier Monaten auf. „Hier kann keiner dieses Spiel gegen Chelsea vergessen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge stellvertretend für die ganze Mannschaft, die am Mittwoch mit dem Heimspiel gegen Valencia in die „Königsklasse“ einsteigt.
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Nach zwei Endspiel-Niederlagen in den letzten drei Jahren verspürt der Vorstandsvorsitzende beim deutschen Rekordmeister einen ungezügelten „Hunger“, den bedeutendsten Pokal im europäischen Vereinsfußball erstmals seit 2001 wieder zu holen. Vorerst ohne David Alaba, der seit seinem Ermüdungsbruch im linken Fuß Ende Juli noch nicht wieder fit ist.

AP/Matthias Schrader
Das verpatzte CL-Heimfinale liegt den Bayern-Bossen noch immer im Magen
„Die Sehnsucht nach dem Titel ist groß. Wenn man zweimal (2010 und 2012, Anm.) im Finale stand und speziell das letzte hier in München so bitter verloren hat, herrscht Wehmut. Aber es existiert zugleich der Hunger, diesen Pokal irgendwann zu holen. Wir werden es versuchen. Aber jetzt ist es zu früh, über den Mai 2013 zu sprechen“, so der 56-Jährige vor dem Auftakt der Gruppe F, in der neben den Spaniern noch OSC Lille und BATE Borisow auf den deutschen Rekordmeister warten.
Martinez/Schweinsteiger als Erfolgsduo?
Erstes Ziel sei der Einzug ins Achtelfinale, das man nach Möglichkeit als Gruppensieger erreichen möchte. „Erster zu werden wäre schön, weil man dann im Achtelfinale möglicherweise den großen Krachern aus dem Weg geht und zuerst auswärts antreten kann“, so Rummenigge. Große Hoffnungen auf dem Weg dorthin setzt er in 40-Millionen-Mann Javier Martinez an der Seite von Bastian Schweinsteiger im Mittelfeld: „Das kann ein Duo werden, das uns Stabilität verleiht. Da kommt eine Qualität zusammen, die uns gut zu Gesicht stehen wird.“
Die großen Favoriten auf die Champions-League-Krone sind für Rummenigge Real Madrid und der FC Barcelona. Aber auch dem deutschen Meister Borussia Dortmund traut er in der „schweren Gruppe“ mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam eine „positive Überraschung“ zu. Den dritten DFB-Club Schalke 04 sieht er wie Bayern im Achtelfinale.
Quantität bringt Qualität
Die Champions League hat sich nach Ansicht des noch nicht ganz 57-Jährigen in den 20 Jahren ihres Bestehens zum weltweit „wichtigsten Wettbewerb“ entwickelt. „Es ist ein Spagat bewältigt worden, der im Fußball eigentlich sehr schwierig ist. Es sind im Laufe der Jahre mehr Teilnehmer dazugekommen, aber kurioserweise nahm mit der Quantität auch die Qualität zu“, so Rummenigge. „Es ist anfangs sehr kritisiert worden, dass auch mal drei oder vier Mannschaften aus Spanien, England oder auch Deutschland teilgenommen haben. Aber das war aus heutiger Sicht eine weise Entscheidung.“
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