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2012 nützten auch die Torrichter nichts

Tor oder nicht Tor - jahrzehntelang ist hitzig über das Wembley-Tor bei der WM 1966 diskutiert worden. Und es gab immer wieder Fehlentscheidungen bei Großereignissen im Fußball, die mit der Torlinientechnologie wohl nicht passiert wären.

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Das Wembley-Tor 1966: Das vermeintliche 3:2 des Engländers Geoff Hurst im Endspiel der Weltmeisterschaft 1966 gegen Deutschland ist ein Mythos der Fußballgeschichte. Bis heute ist ungeklärt, ob der Ball nach dem Schuss von Hurst an die Unterkante der Latte mit vollem Durchmesser hinter der Torlinie aufgesprang. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst befragte den sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow, der Aserbaidschaner hatte den Ball hinter der Linie gesehen. In der Schlussminute der Verlängerung trifft Hurst noch zum 4:2.

Wembley-Tor in 1966

AP/File

Ob das Wembley-Tor regulär war oder nicht, ist bis heute ungeklärt

Die Revanche 2010: 44 Jahre später hatte die DFB-Auswahl in Südafrika im WM-Achtelfinale das Glück auf ihrer Seite. Kurz nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Engländer prallte ein Schuss von Frank Lampard von der Lattenunterkante klar hinter der Torlinie auf. Die Unparteiischen um Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay ließen jedoch weiterspielen. „Das Spiel wäre nach dem 2:2 völlig anders verlaufen“, wetterte der damalige England-Coach Fabio Capello nach dem deutschen 4:1-Erfolg in Bloemfontein.

Das Ukraine-Tor 2012: Bei der EM zwei Jahre später in Polen und der Ukraine hatte England wieder Glück. Marko Devic schoss beim Stand von 0:1 Englands Torhüter Joe Hart an, der Ball segelte Richtung Tor, wo ihn John Terry erst hinter der Linie herausschlug. Während das die TV-Bilder eindeutig zeigten, ließ Referee Viktor Kassai aus Ungarn die Partie weiterlaufen. Auch der Torrichter reagierte nicht. Schwacher Trost für die Ukraine: Der Kogastgeber der EM wäre auch mit einem 1:1 ausgeschieden.

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