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Bitterste Saison der Verbandsgeschichte

Der Schweizer Skiverband Swiss-Ski muss sich nach der Misere in der laufenden Saison einen neuen Geschäftsführer suchen. Andreas Wenger habe seinen Vertrag zum 30. Juni selbst mit der Begründung gekündigt, dass ihm das nötige Vertrauen des Präsidiums fehle, teilte Swiss-Ski am Montag mit. Davor war schon Herren-Cheftrainer Osi Inglin seines Postens mit Saisonende enthoben worden.

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„Wir verlieren mit Andreas Wenger einen loyalen und sehr engagierten Direktor. Die Ansichten zwischen Präsidium und Direktor gingen zuletzt jedoch in gewissen Punkten auseinander“, sagte Präsident Urs Lehmann, der Wenger im Schweizer Fernsehen zuletzt offen kritisiert hatte. Zwischen ihm und Inglin habe es zwei Instanzen gegeben, die nicht so funktioniert hätten, sagte Lehmann - gemeint war neben Leistungssportchef Dierk Beisel, der sich nicht mehr um den alpinen Bereich kümmern wird, auch Direktor Wenger.

Weg frei für einen Neuanfang

Wenger, dem in der Schweiz auch schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen wurde, hielt fest, dass ihm der Abschied durchaus schwerfalle. „Während sieben Jahren war ich ein Teil der Organisation und habe mit viel Herzblut und Energie dazu beigetragen, dass sich die Rahmenbedingungen für den Sport und die Sportler verbessert haben. Ich möchte für den Verband nur das Beste und will deshalb in der schwierigen Zeit einem Neuanfang nicht im Wege stehen“, wurde Wenger in der Verbandsmitteilung zitiert.

Trainer Osi Inglin

GEPA/Christian Walgram

Wer folgt Inglin als Herren-Chef?

Wenger aber war nicht nur für die Skirennfahrer, sondern auch für die anderen Abteilungen des Verbandes wie Biathlon, Ski nordisch und den Breitensport zuständig. Neben einem Nachfolger für Wenger sucht Swiss-Ski auch einen Alpinchef und einen neuen Herren-Cheftrainer. Während es den Posten Alpinchef bisher nicht gab, trennt sich der Verband Ende der enttäuschenden WM-Saison von Herren-Chef Inglin.

Nachfolger für Inglin gesucht

Inglin, der im Jänner 2011 die Nachfolge von Martin Rufener angetreten hatte, hatte die schlechteste Saison in der Geschichte des Weltcups zu verantworten. In 26 Rennen in diesem Winter gab es nur einen Podestplatz: den dritten Platz von Carlo Janka in der Superkombination in Wengen. In Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf und Slalom taucht derzeit kein Schweizer in den Top 20 des Weltcups auf. Die Schweizer Herren-Misere gipfelte in der medaillenlosen Weltmeisterschaft in Schladming, die letztlich zum Auslöser für Inglins Entlassung wurde.

Inglins größtes Pech war allerdings der Rücktritt von Didier Cuche und die schwere Knieverletzung von Beat Feuz. Das Duo hatte in der vergangenen Saison noch die mangelnde Dichte überdeckt und dauerhaft für positive Schlagzeilen gesorgt. Wer die Schweizer Herren durch den kommenden Olympiawinter führen wird, ist noch völlig offen. In den vergangenen Monaten waren auch die beiden Österreicher Andreas Evers und Anton Giger mit dem Schweizer Team in Verbindung gebracht worden.

Giger will in Österreich bleiben

Zumindest Giger dementierte aber seine Ambitionen auf einen Posten in der Schweiz. Er will dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) als Chef der Entwicklungs- und Forschungsabteilung erhalten bleiben. „Ich bin Österreicher. Ich habe 2010 eine Aufgabe übernommen, und wir haben in dieser Zeit einiges angekurbelt, das ich gerne noch weiter anschieben möchte. Also kann man davon ausgehen, dass ich bleibe“, war Giger vor einiger Zeit zitiert worden.

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