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Zweiter Punkt für tapfere „Veilchen“

Das lange Warten auf das erste Champions-League-Tor hatte für die Austria am Dienstag in Porto ein Ende. Für den ersten Sieg in der Königsklasse reichte es trotzdem nicht. Nachdem Roman Kienast die Violetten in der elften Minute in Führung geschossen hatte, glich Jackson Martinez nach der Pause (48.) für Porto aus. Das 1:1 vor 24.809 Zuschauern bedeutete, dass die Austria in Gruppe G den letzten Platz belegen wird.

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Denn auch ein Heimsieg im abschließenden Spiel am 11. Dezember gegen Zenit St. Petersburg würde den Wienern nun nicht mehr zu Rang drei und zum Umstieg in die Europa League reichen. Der späte Ausgleich der Russen gegen Atletico Madrid brachte sie für die Austria außer Reichweite. Da das direkte Duell mit Porto nach dem 0:1 in Wien nun auch verloren ging, sind auch die Portugiesen nicht einzuholen. Ein Prestigeerfolg war der zweite Punkt der Austria aber allemal.

Koch, Lica

APA/Herbert Neubauer

Die Austrianer kämpften gegen Porto auf Biegen und Brechen

Kein Hexenkessel, aber feuriger Start

Vor dem Aufwärmen der Teams war der Ausgleich von Zenit gegen Atletico über die Stadionbildschirme geflimmert. Für die Austria war damit bereits vor dem Anpfiff durch den rumänischen Schiedsrichter Ovidiu Hategan klar gewesen: Nur ein voller Erfolg über Porto würde die Chance auf das Überwintern im Europacup am Leben erhalten. Bjelica hatte im Vergleich zum Kantersieg in Innsbruck die personell unveränderte Startelf aufgeboten - und die begann nicht schlecht.

Das „Stadion des Drachen“ war an diesem Abend alles andere als ein Hexenkessel. Die zuletzt bescheidenen Leistungen Portos in der Meisterschaft hatten offenbar viele Fans abgehalten, bei für südländische Verhältnisse winterlichen fünf Grad Celsius zu kommen. Dennoch hatte Porto wie erwartet sofort mehr Ballbesitz, wurde aber von der Austria früh attackiert. Das Pressing hatte man schon beim 0:1 gegen die Portugiesen zum Auftakt im Wiener Ernst-Happel-Stadion praktiziert. Diesmal war es auch von zählbarem Erfolg gekrönt.

Weitschuss ins violette Glück

Roman Kienast, der wie in Tirol wieder zentral hinter Solospitze Philipp Hosiner agierte, fing einen Pass in der gegnerischen Spielhälfte ab. Der lange Offensivmann fackelte nicht lange, zog aus etwa 20 Metern Entfernung ab und traf präzise in die rechte untere Ecke zum 1:0 (11.). Rund 500 mitgereiste Austria-Fans waren aus dem Häuschen, die Violetten bejubelten frenetisch das erste Champions-League-Tor ihrer Clubgeschichte. Bis zum ersten Sieg war es aber noch ein weiter Weg.

Roman Kienast

GEPA/Christian Ort

Der Moment der Erlösung: Roman Kienast zog ab und traf zum ersten CL-Tor

Das sollte sich bereits zwei Minuten nach der Führung zeigen, als Jackson Martinez Austria-Goalie Heinz Lindner mit einem Kopfball zur ersten Glanzparade zwang. Im Gegenzug tauchte Hosiner (14.) gefährlich im Porto-Strafraum auf, wurde aber in letzter Sekunde noch abgedrängt. Die Porto-Anhänger bedachten ihr Team bei jedem missglückten Zuspiel mit Pfiffen. In der 22. Minute hielten sie allesamt den Atem an, als Steven Defour von links alleine auf Lindner zulief, im blendend aufgelegten Austria-Goalie jedoch seinen Meister fand. Kurz danach reklamierte die Austria vergeblich Elfmeter, nachdem Royer Danilo im Strafraum an die Hand geschossen hatte (24.).

Heinz Lindner

APA/AP/Armando Franca

Der überragende Lindner brachte die Porto-Spieler zur Verzweiflung

Lindner in Hochform

Eine 5:1-Führung in Schüssen auf das Tor hatte Porto nach einer halben Stunde vorzuweisen. Und die Austria-Defensive um Kapitän Manuel Ortlechner bekam auch in der Folge einiges zu tun. Zu viele Fehlpässe ließen den Spielaufbau der Wiener zum Erliegen kommen. Zum Kontern kam man in dieser Phase auch nicht. Der Ausgleich für Porto lag förmlich in der Luft. Dass er nicht fiel, lag wiederum an Lindner. Als Martinez (37.) einen Pass von rechts aus kurzer Distanz in Richtung Tor verlängerte, brillierte der Austria-Keeper mit dem nächsten Topreflex.

Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete die Hausherren zur Halbzeit in die Kabine. Vor den Augen von Ex-Trainer Hermann Stessl, der das Duell seiner ehemaligen Clubs von der Pressetribüne aus verfolgte, kamen sie „aufgezuckert“ zurück. Porto-Coach Paulo Fonseca hatte sich seine Spieler mit Sicherheit ordentlich zur Brust genommen. Der wütende Ansturm auf den Ausgleich sollte sogleich fortgesetzt werden. Martinez (46.) verpasste zunächst eine Flanke am kurzen Ecke nur hauchdünn. Zwei Minuten später war es dann aber so weit.

Jackson Martinez gleicht aus

Von seinen Vorderleuten verlassen musste Lindner einen Kopfball des Kolumbianers vom Fünfer chancenlos passieren lassen. Aus der Sicht von Porto war das 1:1 (48.) durch Martinez mehr als verdient. Für Lindner und Co. natürlich bitter, dass der Europacup-Saison nun doch wieder das Aus vor der Winterpause drohte. Für Schockzustände hatte vor allem der Austria-Keeper keine Zeit. Als Alex Sandro (56.) eine Flanke von rechts in vollem Lauf aus wenigen Metern Entfernung auf das Tor brachte, war Lindner abermals auf dem Posten.

Torszene

APA/EPA/Jose Coelho

Der Ausgleichstreffer beendete Austrias Traum vom Europacup-Verbleib

Vereinzelte Konter der Violetten wurden zu selten so gut ausgespielt wie von Hosiner (57.), der einen langen Pass perfekt annahm und das Porto-Gehäuse per Weitschuss nur knapp verfehlte. Ansonsten überließ die Austria den Ball viel zu schnell und dann zu lange dem technisch überlegenen Gegner. Martinez (64.) hatte nicht zum ersten Mal an diesem Abend den Torschrei auf den Lippen, als sein Schuss gerade noch abgeblockt wurde. Man musste einfach den Eindruck gewinnen, dass die Führung für Porto nur eine Frage der Zeit war.

Lindner hält zweites Auswärtsremis fest

Die Austria wiederum musste ihrerseits versuchen, irgendwie doch noch ein weiteres Tor zu erzielen. Ein dramatisches Finish schien garantiert. Tapfer stemmte sich die violette Defensivabteilung den Porto-Angriffen entgegen. Martinez scheiterte noch einmal (83.) an sich selbst, ein weiteres Mal (92.) am Mann des Spiels, Heinz Lindner. Der Austria-Goalie hielt den Punkt fest, der zu wenig für den Aufstieg, aber immerhin der zweite Auswärtszähler nach St. Petersburg war.

Harald Hofstetter, ORF.at, aus Porto

UEFA Champions League, fünfter Spieltag

Gruppe G, Dienstag:

FC Porto - Austria Wien 1:1 (0:1)

Porto, Estadio do Dragao, 24.809 Zuschauer, SR Hategan (ROU)

Torfolge:
0:1 Kienast (11.)
1:1 Jackson Martinez (48.)

Porto: Helton - Danilo, Maicon, Mangala, Alex Sandro - Fernando, Lucho Gonzalez, Defour (46./Varela) - Josue (72./Quintero), Jackson Martinez, Lica (65./Ricardo)

Austria: Lindner - Koch, Rogulj, Ortlechner, Suttner (82./Okotie) - Dilaver (70./Mader), Holland - Royer, Kienast, Murg (64./Leovac) - Hosiner

Gelbe Karten: Suttner, Rogulj, Leovac

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