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Aus der Traum

Die Europa-Tour des FC Red Bull Salzburg ist am Donnerstag unglücklich zu Ende gegangen. Die „Bullen“ mussten sich im Rückspiel des Europa-League-Achtelfinales vor heimischem Publikum dem FC Basel mit 1:2 geschlagen geben und schieden nach dem 0:0 aus dem Hinspiel aus. Dabei waren die Schweizer nach dem Ausschluss von Marek Suchy ab der neunten Minute nur zu zehnt, ließen aber trotzdem nur ein Tor der Salzburger zu.

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Dieses erzielte in der 22. Minute Kapitän und Torjäger Jonatan Soriano. In der Folge verabsäumten es die offensiv stärkeren Salzburger aber, eine ihrer zahlreichen Chancen zur 2:0-Vorentscheidung zu verwerten. Die mit allen Fußballwassern gewaschenen Basler hingegen stellten ihre Torgefährlichkeit unter Beweis und drehten das Spiel. Marco Streller (51.) sowie Gaston Sauro (60.) köpfelten die Schweizer, für die Tormann Yann Sommer ein immer sicherer Rückhalt war, schließlich nach zwei Standardsituationen ins Viertelfinale.

Jubel der Basel Spieler

ORF.at/Dominique Hammer

Die Basler Jubeltraube formiert sich nach dem 2:1 rund um Torschütze Sauro

Dabei war das Spiel in der ersten Hälfte beinahe abgebrochen worden, als der Basler Anhang Gegenstände auf das Spielfeld warf. Nach einer zwölfminütigen Unterbrechung durch Schiedsrichter Manuel Gräfe lief die Partie aber weitgehend ruhig weiter. Allerdings schien Basel gefestigter aus dieser Unterbrechung herauszugehen. Zum Schluss musste bei Salzburg auch noch Alan nach Gelb-Rot vom Platz.

Salzburg setzt auf Torjäger

Zu Beginn gab es bei Salzburg keine Überraschungen in der Startaufstellung. Der wiedergenesene Alan sollte gemeinsam mit Soriano und Mane in der Offensive für mehr zwingende Torchancen als beim 0:0 vor einer Woche in Basel sorgen. Für 15 von 21 Salzburg-Treffern in der Europa League waren diese drei bisher verantwortlich. In der Verteidigung musste Trainer Schmidt wegen Verletzungen und Gelb-Sperren umstellen. Diesmal begannen wie erwartet Dusan Svento, Rodnei und Florian Klein statt Andreas Ulmer, Christian Schwegler und Martin Hinteregger.

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Basel setzte wieder auf eine 3-2-3-2 Taktik, mit der dem erwarteten druckvollen Salzburger Angriffsfußball möglichst früh der Schwung genommen werden sollte. Der beste Basler aus dem Hinspiel, Geoffroy Serey Die fehlte zwar gelbgesperrt, dafür lauerte im Sturm Kapitän Streller. Der 1,95 Meter große Kopfballspezialist hatte im Hinspiel noch verletzungsbedingt gefehlt. Das Spiel entwickelte sich dann auch wie vorgesehen. Basel zurückgezogen, Salzburg agierte im Vorwärtsgang.

Übertriebene Härte

Die ersten Chancen ließen zur Freude des Publikums nicht lange auf sich warten. Ein Alan-Kopfball nach Ilsanker-Flanke (3.) und ein Mane-Schuss nach Leitgeb-Lochpass sorgten für Torgefahr (4.), ebenso wie ein gut angetragener Versuch von Kampl (7.), der knapp am Tor des künftigen Mönchengladbach-Schlussmanns Yann Sommer vorbeiging. Treffsicher war dann Basels Verteidiger Marek Suchy, der an der Mittelauflage Alan von hinten brutal umgrätschte. Der deutsche Schiedsrichter Gräfe zeigte sich konsequenter als sein schwaches rumänisches Pendant aus dem Hinspiel und zeigte dem Tschechen gleich Rot.

Rote Karte für Marek Suchy, Basel

ORF.at/Dominique Hammer

Suchy bekam für seinen harten Einstieg die Rechnung präsentiert

Die Basler Proteste nutzten nichts, und der Schweizer Meister hatte ab der neunten Minute einen Mann weniger. Alan konnte weiterspielen. Basel-Coach Murat Yakin stellte sogleich um. 5-2-2 lautete ab sofort die taktische Ausrichtung, die Salzburg aber nicht an der Großchance auf das 1:0 hinderte. Doch Kampl stolperte am Fünfer frei stehend über den Idealpass von Mane (10.). Rund elf Minuten sollten vergehen, bis Salzburg nach zahlreichen Bemühungen in Hin- und Rückspiel doch zum ersten Mal den Basler Abwehrriegel durchbrach.

Schöne und unschöne Szenen

Dem 1:0 durch Soriano in der 22. Minute ging eine Traumkombination voraus. Der Spanier selbst schickte im Mittelfeld Klein auf die Reise. Der erlief den Ball bei der Cornerfahne, trickste den Basler Verteidiger aus, bediente Kampl am Sechzehner, der den Ball elegant auf Soriano hob. Der Salzburg-Kapitän drückte den Ball dann gegen die Laufrichtung von Sommer mit seinem achten EL-Tor über die Linie. Die Erleichterung über den wichtigen und langersehnten Treffer war bei Mannschaft und Fans groß.

Befreit legte Salzburg nach. Ein Klein-Weitschuss wurde von Sommer gerade noch aus dem Kreuzeck gedreht (24.), in der 29. Minute scheiterte Mane allein auf Sommer stürmend ebenfalls am starken Schweizer Schlussmann. Die Partie nahm jedoch - hervorgerufen durch Basler Chaoten - eine unschöne Wendung. Aus dem Schweizer Fansektor waren bereits mehrmals Gegenstände auf das Feld geworfen worden, ehe Schiedsrichter Gräfe die Spieler in der 30. Minute in die Kabinen schickte, um die Lage zu beruhigen.

Jubel von Jonathan Soriano

ORF.at/Dominique Hammer

Nach Sorianos (l.) Führungstreffer war die Salzburger Welt noch in Ordnung

Spiel und Fans werden ruhiger

Beim Gang in die Kabine legten sich dann auch noch Basel-Spieler wie etwa Streller mit Fans an. Die Stimmung war aufgeheizt, das Spiel wandelte am Rande des Abbruchs. Nach zwölf Minuten und einem Appell an die Vernunft der Basel-Fans wurde die Partie aber doch noch mit einem Eckball für Salzburg fortgesetzt. Die „Bullen“ waren weiter das spielbestimmende Team, drängten auf das 2:0.

Basel hatte zeitweise nur Streller in der Hälfte des Gegners, stand daher in der Defensive kompakt und versuchte Salzburg mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln zu stören. Das 1:0 war ein „gefährliches“, trügerisches Ergebnis. Bei diesem Stand genügte ein Tor den Schweizern zum Aufstieg ins Viertelfinale. Kein allzu bequemer Polster zum Ausruhen für die Salzburger. So drehte sich ein abgefälschter Schuss von Philipp Degen (45.+2) nur knapp über das Salzburger Tor.

Die Partie kippt

Das erlösende 2:0 wollte auch kurz nach der Pause nicht fallen. Soriano hatte es in der 47. Minute auf dem Fuß, jagte den optimalen Stanglpass von Mane jedoch aus nächster Nähe am leeren Tor vorbei. Basel hatte noch lange nicht aufgegeben. Salzburg musste in der Defensive weiter hoch konzentriert bleiben. Beim Eckball in der 51. Minute war das dann nicht der Fall. Die Kopfballgefahr von Streller war bekannt, dennoch kam er gegen den viel kleineren Soriano und Klein an den Ball und ließ Gulacsi mit seinem platzierten Kopfball in die Kreuzecke keine Chance.

Florian Klein, Salzburg

ORF.at/Dominique Hammer

Auch ein motivierter Klein (l.) konnte die Wende im Spiel nicht verhindern

Mit diesem Treffer machte sich Streller zum Europacup-Rekordtorschützen der Basler, löste damit Alexander Frei ab. Das 1:1 erhitzte die Gemüter wieder. Ein Kopfstoß von Arlind Ajeti gegen Alan wurde von Schiedsrichter Gräfe nach Beratung mit seinem Assistenten nur mit Gelb für beide Spieler geahndet. Den TV-Bildern nach eine Fehlentscheidung. Der junge Schweizer hatte den Brasilianer eindeutig mit dem Kopf attackiert. Da fehlte dem direkt daneben stehenden Gräfe der Mut zu Rot. Dann wären die restlichen 40 Minuten wohl anders verlaufen.

Basel eiskalt

Denn anstelle des zweiten Ausschlusses für Basel gab es den zweiten Treffer für die Gäste. Gulacsi verschätzte sich nach einem Basel-Corner von Fabian Frei, die Salzburger brachten den Ball nicht weg, und der Argentinier Gaston Sauro köpfelte im Luftduell mit Ilsanker den Ball zum 2:1 ins Tor (60.). Es schien, als rächten sich jetzt die vielen vergebenen Chancen der Salzburger. Zwei Tore mussten die „Bullen“ gegen die abgebrühten Schweizer nun noch schießen, sollte der Traum vom Aufstieg noch wahr werden.

Zum ersten Mal in dieser Europa-League-Saison lag die Schmidt-Elf zurück. Eine Reaktion gegen zehn Basler war gefordert, doch die hatten noch mehr Selbstvertrauen getankt, und es schaute nicht so aus, als könnte Salzburg das Spiel noch wenden. Schmidt brachte dann Stürmer Robert Zulj für Ilsanker, setzte gezwungenermaßen alles auf die Offensivkarte. Valon Berisha ersetzte in der 78. Minute schließlich Soriano. Ein Schuss von Alan (80.) wurde wieder einmal von Sommer abgewehrt. Dafür sah der Brasilianer fünf Minuten später nach einem versuchten Fallrückzieher wegen gefährlichen Spiels auch noch Gelb-Rot.

Salzburgs Schicksal ist besiegelt

Das Schicksal Salzburgs war endgültig besiegelt. In einem Spiel, das den 29.320 Zuschauern in Salzburg alles bot, was Fußball zu bieten hat, musste sich der FC Red Bull Salzburg am Ende einer spielerisch zwar schwächeren, aber kompakten und beinahe fehlerlosen Elf aus Basel geschlagen geben, die damit unter Beweis stellte, warum sie letzte Saison im Europa-League-Halbfinale gestanden war und warum sie in dieser Champions-League-Saison zweimal den FC Chelsea besiegt hatte. Für Salzburg ging hingegen eine tolle Europacup-Saison mit zehn Siegen in der Europa League, dem 6:1-Gesamtsieg gegen Ajax Amsterdam, einem Unentschieden und nur einer, aber entscheidenden Niederlage zu Ende.

Martin Wagner, ORF.at, aus Salzburg

UEFA Europa League, Achtelfinal-Rückspiel

Donnerstag:

Red Bull Salzburg - FC Basel 1:2 (1:0)

Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, 29.320 Zuschauer, SR Gräfe (GER)

Torfolge:
1:0 Soriano (22.)
1:1 Streller (51.)
1:2 Sauro (60.)

Salzburg: Gulacsi - Klein, Rodnei, Ramalho, Svento (83./Meilinger) - Ilsanker (72./Zulj) - Kampl, Leitgeb, Mane - Alan, Soriano (78./Berisha)

Basel: Sommer - Sauro, Ar. Ajeti (87./Embolo), Suchy, Sauro - F. Frei, Elneny - P. Degen, Stocker, D. Degen (41./Aliji) - Sio (58./Xhaka), Streller

Rote Karte: Suchy (9./Foul)

Gelb-Rote Karte: Alan (86./Foul und gefährliches Spiel)

Gelbe Karten: Rodnei, Ramalho, Leitgeb bzw. Streller, Sio, Ajeti, P. Degen

Hinspiel 0:0 - Basel mit dem Gesamtscore von 2:1 weiter

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