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Remis reicht nicht für „Finale in casa“

Für Juventus Turin hat sich der Traum vom Heimfinale in der Europa League nicht erfüllt. Der italienische Tabellenführer musste sich am Donnerstag gegen Benfica Lissabon vor eigenem Publikum mit einem 0:0 begnügen. Portugals Meister zog damit nach dem 2:1 im Hinspiel wie im Vorjahr ins Endspiel ein und trifft am 14. Mai in Turin auf den FC Sevilla.

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Während Benfica neuerlich die Chance auf den ersten internationalen Titel seit 52 Jahren und das Triple aus Meisterschaft, Cup sowie EL-Sieg im Visier hat, muss Juventus weiter auf der ersten europäischen Triumph seit dem CL-Titel 1996 warten. Die „Alte Dame“ blieb zwar in dieser Saison zu Hause weiter ungeschlagen, verpasste vor 40.775 Fans trotz Überzahl nach einer Gelb-Roten Karte für Enzo Perez (67.) aber ihr erstes internationales Finale seit der Champions-League-Niederlage im Jahr 2003 gegen den AC Milan.

Pablo Osvaldo (Juventus) ist enttäuscht

Reuters/Giorgio Perottino

Die Juventus-Spieler standen nach der Nullnummer wahrlich im Regen

Juventus übernimmt bald Kommando

Trotz des Vorsprungs versteckte sich Benfica zu Beginn keineswegs, trat Juve mit offenem Visier entgegen und hatte zu Beginn durchaus mehr vom Spiel, ohne dabei allerdings wirklich gefährlich zu werden. Die beste Chance der Anfangsphase verzeichnete daher Juventus. Einen Weitschuss von Altmeister Andrea Pirlo drehte Benfica-Goalie Jan Oblak aber über die Latte (8.). Volleyschüsse von Arturo Vidal (20.) und Carlos Tevez (25.) gingen ebenfalls über das Tor.

Die Hausherren hatten zu diesem Zeitpunkt bereits das Heft in die Hand genommen. Zunächst probierte es Juventus mehrmals erfolglos aus der Distanz, über die Flanken wurde die „Alte Dame“ aber immer gefährlicher. Vidal setzte einen Kopfball knapp am langen Eck vorbei (37.). Leonardo Bonucci verlängerte einen Pirlo-Freistoß vor das Tor, doch Fernando Llorente kam um einen Hauch zu spät (43.). Kurz vor der Pause lag die Führung in der Luft: Einen Vidal-Kopfballaufsitzer konnte Benfica-Kapitän Luisao aber von der Linie kratzen (45.).

Wenige Chancen nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel änderte sich nur das Wetter. Bei starkem Regen bestimmte Juve in den ersten Minuten weiter das Geschehen, hätte aber beinahe vom Zwischenstand her eine kalte Dusche kassiert. Ein zu kurz geratener Klärungsversuch von Abwehrchef Giorgio Chiellini landete bei Rodrigo, der aber aus elf Metern über das Tor schoss (50.). Die Portugiesen nahmen diese Chance zum Anlass und waren offensiv eine Spur präsenter. Juventus wurde nur durch einen Freistoß von Pirlo, den Oblak abwehren konnte, gefährlich (62.).

Je näher die Endphase kam, desto hitziger wurde die Partie. Als Konsequenz kassierte Perez nach wiederholtem Foulspiel innerhalb weniger Minuten von Schiedsrichter Mark Clattenburg die Gelb-Rote Karte (67.). Trotz Überzahl tat sich Juve schwer, vor das Benfica-Tor zu kommen. Coach Antonio Conte verstärkte mit Sebastian Giovinco für Abwehrspieler Bonucci die Offensive. Mit Pablo Osvaldo und Claudio Marchisio kamen noch zwei frische Kräfte.



Enzo Perez (Benfica) sieht die Rote Karte

Reuters/Giorgio Perottino

Auch die Rote Karte für Perez gab dem Spiel von Juventus keine Wende

Hektische Schlussminuten

In der 82. Minute traf Osvaldo zwar ins Tor, die Vorarbeit kam aber vom im Abseits stehenden Paul Pogba. Langsam, aber sicher schwammen Juve die Felle davon. Die Uhr tickte gnadenlos. Die Nerven lagen nicht nur auf dem Rasen blank, sondern auch auf der Betreuerbank, wo sich zwischen den Teams ein Handgemenge entfachte. Juve-Ersatzspieler Mirko Vucinic und der ausgewechselte Lazar Markovic (Benfica), der damit im Finale gesperrt ist, sahen die Rote Karte.

Die Nachspielzeit von acht Minuten musste Benfica dann mit acht Feldspielern bestreiten. Ezequiel Garay wurde von Pogba unabsichtlich im Gesicht getroffen und musste mit einer blutenden Wunde vom Feld, das Wechselkontingent war allerdings schon ausgeschöpft. Juventus warf alles nach vor. Bei einem Eckball stürmte sogar Goalie Gianluigi Buffon nach vor. Den Kopfball brachte dann Martin Caceres auf das Tor, doch Oblak war auf dem Posten (97.), womit die Juventus-Spieler wie die begossenen Pudel vom Feld schlichen.

Christian Wagner, ORF.at

UEFA Europa League, Semifinal-Rückspiel

Donnerstag:

Juventus Turin - Benfica Lissabon 0:0

Juventus Stadium, 40.775 Zuschauer, SR Clattenburg (GBR)

Juventus: Buffon - Caceres, Bonucci (73./Giovinco), Chiellini - Lichtsteiner, Vidal (78./Marchisio), Pirlo, Pogba, Asamoah - Llorente (78./Osvaldo), Tevez

Benfica: Oblak - Maxi Pereira, Luisao, Garay, Siqueira - Ruben Amorim, Pérez, Gaitán (76./Salvio) - Markovic (86./Sulejmani), Rodrigo (69./ Almeida) - Lima

Gelb-Rote Karte: Perez (67.)

Benfica mit Gesamtscore 2:1 im Finale.

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