Trainer kritisiert auch UEFA
Juventus Turin hat am Donnerstag mit der Nullnummer im Semifinal-Rückspiel gegen Benfica Lissabon die einmalige Chance für ein Heimfinale in der Europa League verpasst. Der Grund für das Aus war aus Sicht der Italiener schnell gefunden: Schiedsrichter Mark Clattenburg. Juve-Trainer Antonio Conte fühlte sich mit der Bestellung des seiner Meinung nach unfähigen Briten verschaukelt.
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Vor allem eine Szene in der 65. Minute des torlosen Rückspiels brachte Conte auf die Palme. Bei einem Kopfball von Fernando Llorente war für den Italiener die Hand von Benfica-Kapitän Luisao mit im Spiel. Doch die Pfeife von Clattenburg blieb in dieser Szene stumm. Für Conte eine klare Fehlentscheidung. „Da hätte es Elfmeter geben müssen, so wie schon im Hinspiel nach einem Foul an (Giorgio, Anm.) Chiellini“, sagte der 44-Jährige, der Clattenburg die Fähigkeit absprach, ein derart wichtiges Spiel leiten zu können.
Aufstieg laut Conte „nicht verdient“
Conte kritisierte in diesem Zusammenhang auch den Europäischen Verband UEFA. „Wir haben das Gefühl, dass wir nicht ernst genommen werden“, schäumte der Juve-Trainer, „die UEFA sollte uns mehr Respekt entgegenbringen und einen Referee schicken, der dem erwarteten Standard entspricht.“ Laut Conte ging Clattenburg auch gegen das, aus seiner Sicht „Zeitschinden“ der Benfica-Spieler nicht wie angekündigt rigoros vor. „Der Schiedsrichter hat ihnen erlaubt, den Spielfluss immer wieder zu unterbrechen“, sagte Conte.

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Conte wollte seinem Team wenig, dem Referee dafür umso mehr vorwerfen
Und gleich in Fahrt schoss sich der Italiener auch auf den Gegner und dessen destruktive Spielweise ein. „Sie sind zwar ins Finale aufgestiegen, aber verdient haben sie sich das nicht“, sagte Conte. Schon das 2:1 im Hinspiel in Lissabon spiegelte aus Sicht des 44-Jährigen nicht die Kräfteverhältnisse wieder. „Über zwei Spiele haben wir nur zwei Schüsse auf unser Tor zugelassen. Uns hat nur ein weiterer Treffer gefehlt“, sagte Conte. Pech für den Juve-Coach: Beide von ihm gezählten Schüsse von Benfica im Hinspiel waren drin.
Überzahl nicht genutzt
Dabei war der von Conte kritisierte Referee aus Großbritannien Juventus in einigen Szenen durchaus wohlgesonnen. So etwa in der 69. Minute, als er Enzo Perez mit Gelb-Rot vom Platz schickte und der „Alten Dame“ eine 21-minütige personelle Überlegenheit bescherte. Der Ausschluss des Argentiniers fiel in die Kategorie hart, vor allem die erste der beiden gelben Karten nur wenige Minuten vor Perez Platzverweis.
Juventus ließ in der Schlussphase auch mit zwei Mann mehr - Ezequiel Garay musste mit einer blutenden Wunde ebenfalls vom Platz - jedoch einige hochkarätige Chancen aus. Auch eine Nachspielzeit von acht (!) Minuten war für den italienischen Rekordmeister an diesem Abend zu wenig. „Man hat wieder einmal gesehen, dass im Fußball nicht immer das bessere Team gewinnt“, sagte Verteidiger Leonardo Bonucci.
Den Verantwortlichen von Benfica war der Ärger der Italiener über das verpasste Heimfinale egal. „Wir haben den Vorteil aus dem Hinspiel gut verwaltet“, sagte Trainer Jorge Jesus und konterte die Kritik seines Gegenübers: „Wir haben es uns verdient, im Finale zu stehen, denn wir waren besser als Juventus.“ Für die Portugiesen geht es in ihrem zweiten Europa-League-Finale in Folge um das Ende ihrer europäischen Durststrecke. Seit dem Meistercup-Sieg 1962 wartet Benfica auf einen europäischen Titel. Die sieben Finalteilnahmen seither wurden verloren - so auch das letztjährige Europa-League-Endspiel gegen Chelsea.
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