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Engländer verkürzt WM-Rückstand

Lewis Hamilton ist der große Sieger des Grand Prix von Italien. Der Engländer feierte am Sonntag im königlichen Park von Monza seinen insgesamt sechsten Saisonsieg und verkürzte damit den Rückstand auf seinen deutschen Stallgefährten Nico Rosberg. Der lange in Führung liegende Deutsche musste sich nach einem Fahrfehler mit Rang zwei vor dem Brasilianer Felipe Massa begnügen.

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Nach dem viel diskutierten Zusammenstoß beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps, bei dem Rosberg Hamilton hinten ins Auto gefahren war, stellten die Mercedes in Monza ihre Dominanz wieder unter Beweis. Zum siebenten Mal in dieser Saison gingen die Plätze eins und zwei an die Silberpfeile. „Es tut mir leid für meine Jungs“, sagte Rosberg noch via Boxenfunk. Bei der Siegerzeremonie stieß er nur höchst verhalten mit Hamilton an, gratulierte seinem Konkurrenten aber bei der Pressekonferenz: „Lewis ist heute ein tolles Rennen gefahren, er hat es verdient.“

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

APA/AP/Antonio Calanni

Dieser Ausrutscher kostete Rosberg (r.) einen sicheren Sieg in Monza

Erleichterung bei Wolff

In der WM-Wertung holte Hamilton mit dem insgesamt 28. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere sieben Punkte auf Rosberg auf und liegt nun nur noch 22 Zähler hinter dem 29-Jährigen. Durch Rosbergs Patzer fiel ein hartes Duell mit dem Deutschen aus - zur Freude ihres Vorgesetzten. „Die Art Adrenalinschübe brauchen wir nicht mehr“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. „Das wird der erste ruhige Abend seit langem.“

Hinter den Mercedes-Piloten durfte sich Massa über seinen ersten Podestplatz im Williams-Cockpit freuen. Sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas wurde vor den beiden Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel Vierter. Der Deutsche wurde erst kurz vor Schluss von seinem australischen Stallgefährten überholt - auch weil seine Reifen nach einem frühen Boxenstopp am Ende waren. „Es war nicht ganz ideal. Ich denke, wir waren etwas zu aggressiv mit unserer Strategie. Es war mehr drin“, sagte Vettel.

Probleme beim Start für Hamilton

Das Rennen begann auch ohne eine befürchtete Kollision in der ersten Kurve turbulent. Denn obwohl alle Boliden unbeschadet durch die erste Schlüsselstelle kamen, wurde das Feld gehörig durcheinander gewirbelt - vor allem an der Spitze. Denn Hamilton auf der Poleposition verpatzte den Start komplett und fiel auf Rang fünf zurück. Rosberg nutzte die Gunst der Stunde und setzte sich an die Spitze. Auch der von Platz drei aus ins Rennen gegangene Finne Bottas verpatzte seinen Start völlig und fiel gar auf Rang elf zurück.

Lewis Hamilton

APA/AP/Antonio Calanni

Zu Beginn hatte es nicht nach einem Sieg Hamiltons ausgesehen

„Es war ein schwieriges Rennen“, sagte der Sieger später. „Aus welchem Grund auch immer hat der Knopf für die Startsequenz nicht funktioniert. Er hat schon in der Aufwärmrunde nicht funktioniert. Und als ich ihn beim Start wieder gedrückt habe, war wieder nichts. Das war sehr seltsam, so etwas ist mir noch nie passiert. Zum Glück habe ich es geschafft, nicht zu viele Plätze zu verlieren.“

Erster Ausflug bleibt ohne Folgen

Rosberg baute in der Folge seinen Vorsprung sukzessive auf den ebenfalls stark gestarteten Dänen Kevin Magnussen aus. Ein Abflug des Engländers Max Chilton im Marussia in der sechsten Runde und eine folgende kurze Phase unter gelber Flagge schob das Feld aber wieder etwas zusammen. Vor allem Hamilton arbeitete sich mit der Wut im Bauch Position um Position nach vor.

In der achten Runde hatte Rosberg eine Schrecksekunde zu überstehen. Der Deutsche verbremste sich vor der ersten Schikane und fuhr geradeaus. Geschickt umkurvte der WM-Führende die aufgebauten Hindernisse und behielt seine Spitzenposition. Bei Beginn der Boxenstopps in Runde 19 hatten die Mercedes bereits wieder die ersten beiden Ränge inne. Rosberg führte knapp vor Hamilton. Die Konkurrenz folgte dahinter angeführt von Williams-Pilot Massa mit Respektabstand.

Rosberg-Patzer und Alonso-Ausfall

Der Zweikampf zwischen den beiden Silberpfeilen spitzte sich immer mehr zu - und erreichte in der 29. Runde ihren Höhepunkt. Denn abermals verpasste Rosberg vor der ersten Schikane den Bremspunkt und musste abkürzen. Während der Deutsche erneut zwischen den aufgebauten Hindernissen Slalom fahren musste, übernahm Hamilton erstmals im Rennen die Spitze und baute seinen Vorsprung auf seinen Stallrivalen aus.

Das Rennen war nach Rosbergs Missgeschick entschieden, Hamilton brachte seinen sechsten Saisonsieg - den ersten seit Silverstone Anfang Juli - sicher nach Hause. Seinen entscheidenden Verbremser erklärte Rosberg danach so: „Lewis war schnell, ich musste andrücken, das Ergebnis war der Fehler. Natürlich bin ich innerlich enttäuscht. Aber Lewis hat den Sieg verdient und letztlich haben wir den Doppelsieg, den wir wollten.“

Fernando Alonso

APA/AP/Luca Bruno

Erstmals seit langer Zeit kam Alonso nicht ins Ziel

Nichts zu feiern hatten hingegen die italienischen Tifosi. Denn Fernando Alonso musste seinen Ferrari kurz nach Rosbergs Verbremser just in der ersten Schikane parken. Für den zweifachen Weltmeister aus Spanien ging mit dem Ausfall beim Heimrennen eine stolze Serie zu Ende. Alonso sah erstmals seit Malaysia 2013 oder 29 Rennen nicht die Zielflagge. Dafür ging eine andere Serie der Scuderia weiter. Mit Kimi Räikkönen kam zum 80. Mal in Folge ein Ferrari-Pilot in die Punkteränge - diesmal mit Rang neun und zwei Zählern aber denkbar knapp.

Grand Prix von Italien in Monza

Endstand nach 53 Runden:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1:19:10,236
2. Nico Rosberg GER Mercedes + 3,175
3. Felipe Massa BRA Williams 25,026
4. Valtteri Bottas FIN Williams 40,786
5. Daniel Ricciardo AUS Red Bull 50,309
6. Sebastian Vettel GER Red Bull 59,965
7. Sergio Perez MEX Force India 1:02,518
8. Jenson Button GBR McLaren 1:03,063
9. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 1:03,535
10. Kevin Magnussen * DEN McLaren 1:06,171
11. Daniil Kwjat RUS Toro Rosso 1:11,184
12. Nico Hülkenberg GER Force India 1:12.696
13. Jean-Eric Vergne FRA Toro Rosso 1:13,093
14. Pastor Maldonado VEN Lotus 1 Runde
15. Adrian Sutil GER Sauber 1 Runde
16. Romain Grosjean FAR Lotus 1 Runde
17. Kamui Kobajashi JPN Caterham 1 Runde
18. Jules Bianchi FRA Marussia 1 Runde
19. Esteban Gutierrez MEX Sauber 2 Runden
20. Marcus Ericsson SWE Caterham 2 Runden

Out: Fernando Alonso (ESP/Ferrari), Max Chilton (GBR/Marussia)

Schnellste Runde: Hamilton (1:28,004/29.)

* Inklusive 5-Sekunden-Zeitstrafe

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