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„Mehr war nicht drinnen“

Vom achten Platz in der Startaufstellung reichte es für Sebastian Vettel am Sonntag zu Rang sechs im Endklassement. Der Red-Bull-Pilot konnte sich ein Jahr nach seinem dritten Monza-Triumph aber nur bedingt über seine Verbesserung beim Grand Prix von Italien freuen.

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Ein Grund für die erneut magere Platzierung des vierfachen Weltmeisters war die aggressive Strategie mit dem extrem frühen Wechsel der Reifen an seinem Wagen. Diese waren am Ende kaputt. Und zwar so sehr, dass sich der Deutsche im Finish gegen seinen von hinten drängenden Teamkollegen Daniel Ricciardo nur kurz wehren konnte. Während der Australier diesmal zwar keine Chance auf einen weiteren Sieg, aber zumindest auf die richtigere Reifenstrategie gesetzt hatte, fuhr Vettel ein weiteres enttäuschendes Ergebnis ein. „In Wahrheit war es das Optimum, mehr war nicht drinnen“, gestand er.

Sebastian Vettel

APA/EPA/Srdjan Suki

Vettel konnte erneut nicht in die Entscheidung an der Spitze eingreifen

Dort, wo er 2008 zum jüngsten Grand-Prix Sieger aller Zeiten geworden war und wo er danach zwei weitere Male gewonnen hatte, hat sich Vettel wohl endgültig vom WM-Titelkampf verabschiedet. Zwar sind in den restlichen sechs Rennen dank der doppelten Zähler beim Finale in Abu Dhabi auf dem Papier noch 175 Punkte zu holen, bei 132 Zählern Rückstand auf WM-Leader Nico Rosberg (238) hat der mit 106 Punkten auf Platz sechs liegende Vettel aber wohl keine Chance mehr.

„Wir sind rund 50 PS hinten“

Denn der PS-Nachteil der von Renault-Antrieben beschleunigten Red Bulls ist immer noch enorm. „Wir sind nach wie vor rund 50 PS hinten. An Strecken wie hier haben wir keine Chance“, sagte Motorsport-Direktor Helmut Marko in Monza. „Aber wir geben nicht auf“, versprach der Grazer.

Auch Marko bezeichnet es als falsch, dass man Vettel extrem früh an die Box geholt hatte. „Dadurch waren die Reifen am Ende hinüber, ich konnte mich gegen Daniel nicht wehren“, erklärte Vettel, warum er seinen Teamkollegen vorbeilassen musste. „Ich hatte durchdrehende Räder, wo er schon wieder voll am Gas stand. Es hat keinen Sinn gemacht, großartig dagegenzuhalten.“

Vettel gibt nicht auf

Die Hoffnung, 2014 doch noch einen Sieg einzufahren, sei aber nach wie vor da. „Ich fahre ja nicht um die Wette, um möglichst weit hinten anzukommen“, gab sich der Deutsche kämpferisch. „Ich liebe, was ich mache. Aber ich bin hier, um zu gewinnen, da machen einen die Plätze vier, fünf oder sechs nicht happy.“ Durch die aktuellen Probleme müsse man einfach durch, so Vettel. „Ich bin überzeugt, dass sie uns am Ende stärker machen.“

Seine so lange so gut funktionierende Zusammenarbeit mit Red Bull will er aber nicht beenden. „Ich bin aber nach wie vor glücklich da, wo ich bin“, sagte Vettel schon vor dem Rennen in Monza. „Ich fühle derzeit keine Notwendigkeit, etwas anderes zu tun.“ Anders könnte es aussehen, wenn Red Bull bzw. Motorenlieferant Renault auch 2015 nicht in die Spur kommt.

Bleibt das Team zusammen?

Die aktuellen Probleme, der Abgang von Stardesigner Adrian Newey und der Wechsel von Vettels Chefingenieur ins Team-Management ließ die Frage aufkommen, ob beim austroenglischen Weltmeisterteam das „Dream Team“ der vergangenen Jahre nicht gerade am Zerfallen ist. „Einige haben halt ihre Positionen verändert. Die kriegen halt unanständige Angebote und treffen ihre eigenen Entscheidungen“, bedauerte Vettel die Situation, sieht aber insgesamt kein großes Problem. „Wir haben weiterhin eine Menge großartiger Menschen an Bord. Und Änderungen müssen nicht nur negativ sein.“

Zumindest nach außen hin halten sich die Bedenken Vettels also in Grenzen. Obwohl er zugab, unlängst ein graues Haar entdeckt zu haben. „Solange aber nicht alle grau sind oder ausfallen, habe ich kein Problem“, witzelte der Deutsche.

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