Rennen um Platz zwei wird spannend
Das Last-Minute-Tor von Robert Beric für Rapid in Salzburg hat am Sonntagabend die Bundesliga-Herbstsaison beendet. An der Spitze und im Tabellenkeller bietet sich nach 19 Runden ein Bild, das zu erwarten war. Wie es allerdings im Verlauf der letzten fünf Monate dazu kam, war alles andere als eintönig. Und dass statt der Wiener Großclubs der WAC sowie Altach auf den Plätzen dahinter stehen, erzeugt Spannung.
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Insgesamt zog sich die Unbeständigkeit wie ein roter Faden durch das Feld der Zehnerliga - auch wenn die Salzburger zur Winterpause nun doch acht Punkte Vorsprung haben. Der klar favorisierte Titelverteidiger startete im Sommer mit sechs Siegen in Serie in die Saison. Danach kam mit dem bitteren, weil völlig unerwarteten Aus in der Champions-League-Qualifikation aber auch der Einbruch in der Meisterschaft. Drei Ligapleiten en suite kassierte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter in dieser Phase - zwischenzeitlich verlor man die Führung an den WAC.
„Bullen“ wieder Torfabrik
Was sich mit dem Umstieg in die Europa League fortsetzte, waren durchwachsene nationale Auftritte nach internationalen Spielen. Mit 57 erzielten Toren, exakt drei pro Match, erfüllten die „Bullen“ um Goalgetter Jonatan Soriano (19 Treffer), Kevin Kampl und Alan dennoch in beeindruckender Manier ihre Rolle als Offensivmacht der Liga. Interessant wird sein, wie viele Leistungsträger Hütter im Rahmen der von Sportdirektor Ralph Rangnick angekündigten Abwanderungen bereits im Winter verliert - und ob gegebenenfalls neue „Kapazunder“ verpflichtet werden. Auf einen anderen Meister als Salzburg werden die Buchmacher trotzdem nicht viele Wetten kalkulieren.
Hütter selbst gewann in seinen ersten Monaten als Salzburg-Coach durchaus an Profil. Zwischendurch für taktische Umstellungen und unerwartete Ausrutscher kritisiert, darf sich der von Underdog Grödig zum Meister gewechselte Ex-Teamspieler vor allem eine souverän absolvierte Europa-League-Gruppenphase und letztlich auch einen deutlichen Punktepolster für die Frühjahrsrunde auf seine Fahnen heften. Im ÖFB-Cup zog man zudem ins Viertelfinale ein und wahrte damit die Chance, wie unter Hütters Vorgänger Roger Schmidt (seit Sommer Leverkusen) das rot-weiß-rote Double zu holen.
Überraschungsteams aus Süden und Westen
Der WAC unter Coach Dietmar Kühbauer schoss ähnlich rasant aus den Startblöcken wie die Salzburger. Dass „Don Didi“ zwischen der siebenten und zwölften Runde den ersten Kärntner Tabellenführer der Bundesliga-Geschichte trainierte, war die Sensation der Herbstsaison. Im zweiten Meisterschaftsviertel kam dann für die Wolfsberger der von vielen vorausgesagte Einbruch, zuletzt blieben die nach wie vor zweitplatzierten und damit auf einem CL-Quali-Platz rangierenden Salzburg-Verfolger acht Runden ohne Sieg. Keine Frage: Für die Kühbauer-Elf kam die Winterpause fast zu spät.

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Im starken ersten Saisonviertel schlug Kühbauer mit dem WAC auch Salzburg
Zum zweiten Überraschungsteam der ersten Bundesliga-Hälfte mauserte sich Aufsteiger Altach, nach Punkten gleichauf mit dem WAC. Damir Canadi verankerte die „Ländle“-Power felsenfest im Oberhaus. Zwischen der siebenten und 15. Runde blieben die von so manchem höher eingeschätzten Club mit Sicherheit unterschätzten Vorarlberger sogar neunmal in Folge ungeschlagen. Höhepunkt des Altacher Herbstes war das rauschende 4:1-Fest gegen Salzburg vor eigenem Publikum. Von einem Abstiegsplatz trennen Canadis Elf beruhigende 15 Punkte. Von der Europa-League-Quali darf geträumt werden.
Auf und Ab bei Wiener Großclubs
Zoran Barisic scheint bei Rapid nach wie vor einen besseren Stand zu haben, als Gerald Baumgartner bei der Austria je hatte. Was die beiden Trainer und damit ihre Mannschaften der Wiener Großclubs Rapid und Austria einte, war ein ständiges Auf und Ab im Herbst. So starteten die Grün-Weißen gleich einmal mit einem 1:6 in Salzburg. Die Violetten mussten gar sieben Runden lang auf den ersten Saisonsieg warten. Die Plätze vier (Rapid) und sechs (Austria) zur Winterpause sind enttäuschend. In den Kadern ist dennoch genügend Potenzial vorhanden, um im Frühjahr eine Attacke gegen Salzburg zu reiten.

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Die Wiener Erzrivalen steckten im Herbst im Bundesliga-Mittelmaß fest
Bei der Austria gerät die Suche nach einem neuen Sportdirektor immer mehr zum Hauptthema - die „Ehemaligen“ Franz Wohlfahrt und Jocelyn Blanchard sollen gute Karten haben. Bei den Hütteldorfern standen der Abriss des Hanappi-Stadions, die Pläne des Neubaus und das Einleben in der vorübergehenden Heimat Ernst-Happel-Stadion wochenlang im Vordergrund. Da in dieser Saison auch Rang zwei zur Champions-League-Quali reicht, darf doch mit einem ambitionierten Angriff aus der Hauptstadt auf den WAC und Altach gerechnet werden.
Sturm findet sich wieder
Über und für den zur Winterpause fünftplatzierten SK Sturm Graz war die beste Nachricht der Herbstsaison mit Sicherheit die Rückkehr von Franco Foda. Der neue alte Trainer der Grazer verlieh der Mannschaft relativ schnell wieder eine Art von Stabilität, die unter seinen seit April 2012 werkenden Nachfolgern und gleichzeitig Vorgängern völlig verloren gegangen war. Im Rennen um Platz zwei hinter Salzburg ist mit Fodas Sturm-Elf daher absolut zu rechnen. Der bereits elffache Saisontorschütze Marco Djuricin verkörpert jedenfalls die dafür nötige Offensivkraft. Hinten installierte Foda mit Ex-Teamgoalie Christian Gratzei den Rückhalt aus längst vergangenen glorreichen Zeiten.

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Franco Foda soll Sturm Graz wieder an die Spitze heranführen
Hinter dem vorjährigen Sensationsteam Grödig, das auch diesmal den Klassenerhalt ansteuert, durchlebte die SV Ried mit dem neuen Trainer Oliver Glasner eine durchwachsene Herbstsaison. Im Vergleich zu Niederösterreichs Bundesligisten wirken diese sportlichen Probleme aber bescheiden. Mit jeweils vier Siegen aus 19 Spielen manövrierten sich sowohl die Admira als auch Schlusslicht Wiener Neustadt in eine prekäre Situation. Die zumindest kurzfristige Verpflichtung von Stürmer Stefan Maierhofer bescherte Wr. Neustadt parallel zum Abschied von Coach Heimo Pfeifenberger Schlagzeilen. In der Südstadt kreisen die Diskussionen auch um die finanzielle Zukunft der Admira.
Harald Hofstetter, ORF.at
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