Newcomer Altach mischt kräftig mit
Die am Sonntag zu Ende gegangene Herbstsaison in der tipico-Bundesliga hat mit Red Bull Salzburg zwar den erwarteten souveränen Tabellenführer, aber auch zahlreiche Überraschungen gebracht. So überzeugte Aufsteiger Altach wiederholt und überwintert als sensationeller Tabellendritter.
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Mit 38 Punkten blieb Titelverteidiger Salzburg um fünf Punkte unter seinem in der vergangenen Saison aufgestellten Clubrekord von 43 Zählern nach den ersten 19 Runden. Den Bundesliga-Rekord hält nach wie vor Sturm Graz seit seiner ersten Meistersaison 1997/98 mit 46 Punkten vor dem FC Tirol (2001/02) und der Wiener Austria (2012/13), die jeweils 45 auf dem Konto hatten. Mit zwölf Siegen bei zwei Remis und immerhin fünf Niederlagen (davon gleich drei daheim) schwächelten die „Bullen“ nach überragendem Beginn mit sechs Erfolgen in Serie doch mehrmals.
Dennoch ist der Vorsprung des fünffachen Meisters (Red-Bull-Ära) mit je acht Punkten auf die Verfolger WAC und Altach deutlich. Im Vorjahr hatte der Halbzeitmeister und Winterkönig nach 19 Runden den damaligen Aufsteiger SV Grödig, der ebenso überraschend Zweiter gewesen war, um zwölf Zähler distanziert und damit den Bundesliga-Rekord der Austria zu diesem Zeitpunkt (2002/03) egalisiert.
Erstaunliche Serie der Aufsteiger
Erstaunlich ist jedenfalls, wie gut sich in jüngerer Zeit das Gros der jeweiligen Bundesliga-Aufsteiger schlägt. Vor Altach und Grödig lagen schon der FC Kärnten (Vierter 2001/02), Pasching (Zweiter 2002/03), Wacker Innsbruck (Fünfter 2004/05), der LASK (Dritter 2007/08) und die Admira (Fünfter 23011/12) in der Winterpause in der oberen Tabellenhälfte, auch wenn sie diese Positionen in der Endwertung mit Ausnahme der Admiraner, die Dritte wurden, nicht ganz halten konnten.
Die wohl größte Sensation gelang Altach am 9. November: Der Aufsteiger düpierte Meister Salzburg in der Cashpoint-Arena mit 4:1. Es war der höchste Sieg der Vorarlberger im Herbst und gleichzeitig die deutlichste Niederlage der „Bullen“. Im ersten Saisonduell in Salzburg hatten die Altacher im August noch eine 0:5-Abfuhr erlitten.
WAC schreibt Kärntner Fußballgeschichte
Die Salzburger marschierten in den ersten sechs Runden mit dem WAC im Gleichschritt, beide feierten je sechs Siege, wobei die „Bullen“ mit 29:1 Toren gegenüber 18:4 die Nase vorne hatten. Dann kassierte der Meister gleich drei Niederlagen in Folge (2:3 gegen Sturm, 0:1 in Klagenfurt gegen den WAC und 2:3 gegen die Austria) und verlor nach acht Spielen zum ersten Mal nach 43 Runden die Tabellenführung.

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WAC-Trainer Dietmar Kühbauer durfte über die Tabellenführung jubeln
Die Wolfsberger, die in der siebenten Runde mit einem 0:1 gegen Wr. Neustadt ihre erste Niederlage kassierten - es sollte der einzige Auswärtssieg der Niederösterreicher bleiben - übernahmen als erster Kärntner Club überhaupt die Tabellenführung, die sie allerdings in der zwölften Runde wieder an den Titelfavoriten abtreten mussten.
Rapid und Austria kurzfristig Schlusslicht
Scheint der Titel wohl wieder an Salzburg zu gehen, so kämpfen voraussichtlich nur die zwei Mannschaften aus Niederösterreich gegen den Abstieg. Admira Wacker Mödling liegt mit 18 Punkten drei vor Wiener Neustadt. Der Rückstand des Tabellenletzten auf den Achten SV Ried beträgt bereits acht Zähler.
Das Schlusslicht war auf insgesamt vier Mannschaften verteilt. Rapid war nach dem 1:6 in Salzburg nach der ersten Runde Letzter, der Wiener Stadtrivale Austria nach der siebenten. Danach trug Ried zwei Runden die rote Laterne, die von der zweiten bis sechsten sowie ab der zehnten Runde im Besitz der Wr. Neustädter war bzw. ist.
Soriano trifft im Fünferpack
Mit insgesamt 288 Toren (Schnitt 3,03) wurden um 44 weniger als vor einem Jahr erzielt. Klar am erfolgreichsten waren die Salzburger mit 57 Treffern, nur ein einziges Mal blieben sie torlos. Gleich neunmal im Netz zappelte der Ball bei der Partie Wr. Neustadt gegen Admira (5:4) am 23. August. Jonatan Soriano führt die Schützenliste mit 19 Treffern vor dem Rapidler Robert Beric (13), dem Grazer Marco Djuricin und dem Grödiger Yordy Reyna (je elf) an. Der spanische Salzburg-Kapitän hält bei bereits 79 Bundesliga-Toren.

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Soriano konnte seine Tore gegen Grödig gerade noch an einer Hand abzählen
Beim 8:0 gegen Grödig am 10. August, dem Rekordsieg der Saison und der Red-Bull-Geschichte, gelangen Soriano gleich fünf Treffer. Dazu kommen fünf Doppelpacks, womit er neben fünf Dreierpacks bereits 17-mal zweifach in einem Bundesliga-Match getroffen hat. Er verwertete im Herbst zwei Freistöße und vier von fünf Elfmetern.
Alan-Hattrick in acht Minuten
Sein Sturmkollege Alan stand Soriano kaum nach. Der Brasilianer drehte mit einem lupenreinen Hattrick in acht Minuten beim 4:2 der Salzburger am 6. Dezember in Wien gegen die Austria das Match und schaffte damit seinen sechsten BL-Dreierpack. Auch Reyna scorte beim 4:2-Erfolg von Grödig am 5. November in Wr. Neustadt dreimal. Beric kam mit vier Doppelpacks nahe an Soriano heran.
Erfolgreichster Kopfballer war WAC-Stürmer Tadej Trdina mit vier Treffern vor dem Rapidler Stefan Schwab, dem seine drei Tore allesamt per Kopf gelangen. Treffsicherster „Joker“ war der Rieder Julius Perstaller mit vier Toren nach seiner Einwechslung vor dem Salzburger Marcel Sabitzer (drei).
In den letzten 15 Spielminuten durften Soriano, Sabitzer und Beric gleich viermal zum Torjubel ansetzen. Mit insgesamt 16 Treffern in der „Rapid-Viertelstunde“ war Salzburg gleich um sieben besser als die in dieser Statistik zweitplatzierten Hütteldorfer. In den ersten 15 Minuten am erfolgreichsten war die Austria mit acht bzw. Reyna mit fünf Toren. Mit acht am meisten Assists verbuchte Sabitzer, jeweils sieben Treffer bereiteten seine Clubkollegen Kevin Kampl und Soriano vor.
Dauerläufer, „Sünder“ und Trainerwechsel
Gleich sieben Fußballer spielten alle 19 Partien durch. Neben den Torhütern Heinz Lindner (Austria), Jan Novota (Rapid), Cican Stankovic (Grödig), Thomas Gebauer (Ried) und Alexander Kofler (WAC) gelang das den Verteidigern Joachim Standfest (WAC) und Stephan Auer (Admira). Acht weitere Spieler waren zwar ebenfalls in allen Begegnungen im Einsatz, allerdings nicht die volle Zeit.
Insgesamt wurden 15 Rote und 21 Gelb-Rote Karten verhängt. Größter „Sünder“ war der Admiraner Richard Windbichler mit drei Platzverweisen (einmal Rot und zweimal Gelb-Rot). Zweimal vorzeitig unter die Dusche geschickt wurden Beric, Alexander Pöllhuber (Altach) und Patrick Wessely (Admira). Zehnmal und damit am öftesten mit Gelb verwarnt wurden Anel Hadzic (Sturm) und Harald Pichler (Ried).
Trainerwechsel gab es nur zwei: Bei Sturm kam der Deutsche Franco Foda am 30. September für den Slowenen Darko Milanic, der die Grazer wegen eines Angebotes aus Leeds verlassen hatte. Auch in Wr. Neustadt schied mit Heimo Pfeifenberger der Coach freiwillig, für ihn ist seit 24. November der Isländer Helgi Kolvidsson im Amt.
Rapid bleibt Zuschauermagnet
18 Spiele lockten bisher 10.000 Zuschauer und mehr an. Rapid war bei allen neun Heimspielen im Ernst-Happel-Stadion meist klar darüber, hatte im Wiener Derby (2:3) am 9. November 28.200 Zuschauer und damit das bestbesuchte Spiel sowie gegen Salzburg (1:2) am 28. September 25.300, verlor aber in beiden Begegnungen. Mit einem Schnitt von rund 17.000 waren die Hütteldorfer klar die Nummer eins in der Heimwertung.

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In der „Zuschauertabelle“ liegt Rapid klar vor Salzburg in Führung
Salzburg hatte fünf Spiele mit über 10.000 Zuschauern, gegen Rapid kamen mit 19.800 und 17.200 die meisten. Sturm durfte sich in den Partien gegen Rapid (14.300) und Salzburg (11.700) über fünfstellige Besucherzahlen freuen, der WAC in Klagenfurt gegen Salzburg (19.250) und die Austria im Derby (11.900). Auswärts zog Salzburg mit im Schnitt knapp 10.000 vor Rapid (9.400) am meisten Zuschauer an.
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