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NHL-Stars ohne Gnade

Der Traum von einem Punkt gegen Kanada ist wie erwartet zerplatzt. Österreich kam in seinem letzten Spiel bei der Eishockey-WM 2015 in Tschechien gegen den Favoriten mit 1:10 (0:4 0:2 1:4) unter die Räder. Die Mannschaft von Teamchef Daniel Ratushny lief gegen den großen Favoriten von Anfang hinterher. Das Spiel gegen Deutschland steckte noch zu sehr in den Knochen.

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Anders als im Testspiel vor der WM in Wien konnten die Österreicher diesmal den Kanadiern nicht Paroli bieten. Die Entscheidung in einer einseitigen Partie fiel bereits im ersten Drittel. Tyson Barrie (7.), Matt Duchene (10.), Taylor Hall (12.) und Aaron Ekblad (15.) sorgten früh für klare Verhältnisse. Jason Spezza (22., 44.), Jordan Eberle (36.), Nathan MacKinnon (43.) Brayden Schenn (47.) und noch einmal Duchene (55.) besiegelten das Schützenfest.

Dominique Heinrich, der gemeinsam Torhüter Bernhard Starkbaum und Thomas Raffl zu den drei besten österreichischen Spielern im Turnier gewählt wurde, gelang wenigstens das Ehrentor (43.). Kanada beendete die WM-Vorrunde erstmals seit 2008 im eigenen Land wieder ohne Niederlage und sogar ohne Punkteverlust.

Jubel von Tyson Barrie,Claude Giroux, center und Ryan O’Reilly (alle CAN)

APA/AP/Petr David Josek

Kanadas NHL-Stars waren wie erwartet ein paar Nummern zu groß

Wieder kein Crosby

Teamchef Ratushny zeigte schon mit seiner Aufstellung, dass er seinen Landsleuten zumindest einen harten Kampf liefern wollte. Im Tor begann wieder Starkbaum, auch sonst blieben die Linien gleich. Aber so wie schon im Testspiel in Wien vor fast zwei Wochen konnten sich die Österreicher nicht mit Superstar Sidney Crosby messen. Der Kapitän der Kanadier bekam von Todd McLellan im aus seiner Sicht unbedeutenden Spiel eine Pause.

Vor 16.030 Zuschauern ging Crosby seinem Team auch nicht ab. Denn Kanada hatte den Außenseiter auch so von Beginn an fest im Griff. Beim Testspiel in Wien hatten die Österreicher noch überrascht und das erste Drittel mit 2:1 für sich entschieden. Damals hatten die Kanadier mit der größeren Eisfläche noch kleine Probleme, diesmal spielten die Olympiasieger ihre Klasse eindrucksvoll aus. Die Österreicher bemühten sich zwar, mit schweren Beinen und müden Köpfen nach dem harten Kampf gegen Deutschland keine 24 Stunden zuvor war man jedoch chancenlos.

Barrie eröffnet Torreigen

Trotzdem dauerte es sieben Minuten, bis die kanadische Tormaschine ins Laufen kam. Bis dahin hatte Starkbaum das 0:0 festgehalten. Doch dann bewies Ryan O’Reilly große Übersicht und Verteidiger Barrie musste nur noch die Schaufel hinhalten. Zwei Minuten später staubte Duchene nach einem Schuss von Jake Muzzin ab (10.). Und damit war die Partie gelaufen.

Michael Raffl (AUT) gegen Tyson Barrie (CAN)

APA/Helmut Fohringer

Österreich (Bild: Komarek) hielt nur sieben Minuten seinen Kasten sauber

Weil zurücklehnen keine kanadische Eigenschaft ist, ging das Toreschießen munter weiter. Hall fälschte einen Weitschuss von Brent Burns unhaltbar für Starkbaum ab (12.), dann vollendete Ekblad einen blitzsauberen Konter (15.). Unmittelbar davor hatte Dominique Heinrich die erste Chance auf den Ehrentreffer vergeben. Es war nicht die einzige gute Gelegenheit der Österreicher. Martin Schumnig (8.), Manuel Latusa (11.) und Daniel Mitterdorfer (12.) prüften Mike Smith, aber wie so oft in diesem Turnier ohne Erfolg.

Wie es richtig geht, zeigten weiter die Kanadier vor. Keine zwei Minuten waren im zweiten Drittel gespielt, und die Scheibe lag schon wieder im österreichischen Tor. Spezza schoss nach Pass von Duchene aus kurzer Distanz trocken ein (22.). Jetzt gingen es die Kanadier etwas gemütlicher an und spielten nicht mehr mit vollem Tempo. An ihrer Dominanz änderte sich nichts. Die Österreicher kamen trotzdem auch zu Chancen: Michael Raffl scheiterte nach schöner Kombination an Smith (35.). Eine Minute später machte es Eberle besser und ließ Starkbaum mit einem sehenswerten Haken ins Leere fahren (36.).

Heinrich mit Ehrentreffer

Für Österreich ging es jetzt nur noch um den Ehrentreffer. Und der gelang auch in der 43. Minute, weil Goalie Smith bei einem gut angetragenen Schuss von Heinrich fürchterlich daneben griff. Aber lange freuen durfte sich die ÖEHV-Truppe über das Tor nicht. MacKinnon (43.) und abermals Spezza (44.) holten die Österreicher binnen Sekunden in die Realität zurück. Besonders bitter: Spezzas zweiter Treffer war ein Eigentor von Daniel Mitterdorfer.

Damit war die letzte Luft bei den Österreichern draußen, und auch Goalie Starkbaum hatte genug. Rene Swette durfte noch 16 Minuten das Tor hüten und fing sich von Schenn (47.) und Duchene (55.) noch zwei weitere Treffer ein. Immerhin: Die Österreicher kassierten auch gegen Kanada kein Tor in Unterzahl. Die Statistik im Penaltykilling konnte sich damit sehen lassen. Nur gegen Frankreich musste man mit einem Mann weniger auf dem Eis ein Tor hinnehmen.

Karl Huber, ORF.at, aus Prag

Eishockey-WM in Tschechien, Gruppe A

Dienstag:

Österreich - Kanada 1:10

(0:4 0:2 1:4)

Prag, 16.030 Zuschauer

Tore: Heinrich (43.) bzw. Barrie (7.), Duchene (10., 55.), Hall (12.), Ekblad (15.), Spezza (22., 44.), Eberle (36.), MacKinnon (43.), Schenn (47.)

Strafminuten: 4 bzw. 0

Österreich: Starkbaum (44./Swette) - Pallestrang, Heinrich; Mühlstein, Altmann; Schumnig, F. Iberer; Mitterdorfer - Herburger, M. Raffl, Lebler; Latusa, Komarek, Th. Raffl; Rotter, Hundertpfund, M. Geier; Cijan, Fischer, N. Petrik; Ganahl

Kanada: Smith - Hamhuis, Burns; Muzzin, Barrie; Ekblad, Savard; Wircioch - Hall, Couturier, Eberle; O’Reilly, Giroux, Seguin; MacKinnon, Duchene, Spezza; Ennis, Eakin, Toffoli; B. Schenn

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