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„Kein Grund, uns zu hinterfragen“

Nach einem matten Sieg über Malta und einer Niederlage gegen die Niederlande scheint bei manchem Fan des Nationalteams bereits leichte Panik im Hinblick auf die EM in Frankreich auszubrechen. Teamchef Marcel Koller lässt das alles kalt. Der Schweizer zeigte sich mit dem Teamcamp und den beiden Tests zufrieden. Bis zum Ernstfall Ungarn wird alles passen, versprach Koller: „Wir haben noch Zeit.“

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Der 55-Jährige ist schon lange genug in Österreich, um einen Aspekt der rot-weiß-roten Fußballseele zu kennen: Es gibt nur Hui oder Pfui, der Raum dazwischen wird gerne übersprungen. Daher wollte Koller nach dem 0:2 gegen die Niederlande auch dieses Spiel nicht mitspielen: „Es war ein sehr guter Test. Die Niederlande sind eine Mannschaft die fußballerisch, technisch und läuferisch auf einem hohen Level agiert“, sagte der Schweizer, „unsere Jungs haben umgesetzt, was wir sehen wollten. Klar, vom Ergebnis her stimmt es nicht.“

ÖFB-Team nach verpatzer Generalprobe

Vor der EM wartet noch viel Arbeit auf Österreichs Nationalteam. Die 0:2-Niederlage gegen die Niederlande ist für Teamchef Marcel Koller dennoch kein Grund zu zweifeln.

Nur Resultat trübt Bilanz

Koller ließ daher Fragen nach eventuellen Zweifeln oder Nervosität an sich abprallen wie eine Mauer einen Tennisball. „Es gibt keinen Grund, uns tausendfach zu hinterfragen“, sagte der Teamchef. Trainingslager und die beiden Testspiele gegen Malta und die Niederlande hätten ihren Zweck völlig erfüllt. „Es war fast perfekt“, so Koller. Natürlich hätte er auch gegen die „Elftal“, die nur aufgrund einer Verkettung von unglücklichen Umständen nicht bei der EM dabei ist, gerne gewonnen, aber: „Man muss es nehmen, wie es ist.“

Marcel Koller und Aleksandar Dragovic

GEPA/Mario Kneisl

Koller wollte die Vorstellung des Teams nicht zu kritisch bewerten

Wie schon im Vorfeld angekündigt, wollte Koller das Ergebnis bei der Generalprobe - es war erst die zweite Niederlage im neunten Versuch vor einem großen Turnier - nicht überbewerten. Erstens sei es nur ein Testspiel, zweitens seien die Niederländer keine Nasenbohrer, und drittens habe man ja auch noch etwas Zeit bis zum ersten EM-Spiel. „Wichtig ist, dass wir weiter unseren Weg gehen. Ich bin überzeugt, dass wir gegen Ungarn bereit sein werden“, sagte der 55-Jährige.

„Der Ball muss ins Eckige“

Positiv sei besonders der körperliche Zustand gewesen. Koller bezeichnete die Physis seiner Spieler in der Partie gegen die Niederländer als „Schritt nach vorne.“ Auch die Laufbereitschaft habe sich wie gefordert im Vergleich zum mauen Auftritt gegen die Malteser deutlich verbessert. Daher blickt der Teamchef dem Auftaktspiel gegen die Ungarn am 14. Juni in Bordeaux zuversichtlich und - zumindest äußerlich - gelassen entgegen.

Zu sehen war aber auch, dass die Österreicher zwar phasenweise offensiv an die Vorstellungen der Qualifikation anschließen konnten, in der Defensive aber noch viel Luft nach oben haben. Das erste Tor der Niederländer durch Vincent Janssen war eine Verkettung von Fehlern und ein grober Mangel an Kommunikation. „Da hat die Abstimmung zwischen (Torhüter, Anm.) Robert Almer und Florian Klein nicht gestimmt“, wurde Koller deutlich.

Dass die Österreicher im Gegenzug selbst die besten Chancen ungenützt ließen - das lag aber auch am hervorragend aufgelegten Goalie Jeroen Zoet -, gab Koller zwar zu („Der Ball muss halt ins Eckige“), schlecht schlafen wird der Teamchef laut eigener Aussage bis zum ersten EM-Spiel deswegen aber nicht. Lieber wiederholte Koller eine seiner Standardaussagen zu diesem Thema: „Wir brauchen mehr Abgebrühtheit und Präzision vor dem Tor.“

„Zweieinhalb Tage loslassen“

Die Spieler müssen über die letzten beiden Partien vor der EM nicht mehr nachdenken. Die Mannschaft hat zwei Tage frei, ehe Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) die ÖFB-Reisegruppe am Dienstagnachmittag offiziell Richtung Frankreich verabschiedet. Die Sondermaschine nach Avignon startet am Mittwoch. „Die Spieler sollen jetzt zweieinhalb Tage loslassen und bei ihren Familien Kraft tanken“, so Koller. Sich selbst gönnt der Teamchef keine Auszeit. Die letzten Videos vom letzten Gruppengegner Island müssen noch vorbereitet werden.

Was der Schweizer in den Tagen bis zum Abflug noch austüfteln wird, wollte er logischerweise nicht öffentlich machen. Vor Überraschungen - Stichwort Aufstellung - müssen sich aber weder die Spieler noch die Fans fürchten. „Es gibt keinen Grund, dass irgendein Spieler von den 23, die hier sind, an sich zweifeln sollte“, gab Koller seinen Akteuren mit auf den Weg in die kurze Erholungspause, denn: „Wir haben noch Zeit.“ Die läuft spätestens am 14. Juni mit dem Ankick um 18.00 Uhr in Bordeaux ab.

Karl Huber, ORF.at

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