„Österreich steht hinter Ihnen“
Für Österreichs Frauen-Nationalteam hat am Dienstag endgültig das EM-Abenteuer begonnen. Am späten Nachmittag landete die ÖFB-Auswahl in Amsterdam. Davor wurde das Team von Coach Dominik Thalhammer in der Hofburg von Österreichs Staatsspitze mit den besten Wünschen für die erstmalige Teilnahme an einer EM-Endrunde in den Niederlanden verabschiedet.
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Im Gegensatz zu den Männern im Vorjahr sind Österreichs Frauen ohne große Erwartungshaltung zur EM in den Niederlanden (16. Juli bis 6. August) abgereist. Leo Windtner, Präsident des heimischen Fußball-Bundes (ÖFB), sprach von einem „phänomenalen Weg und Erfolg“, den das Team eingeschlagen bzw. mit der EM-Quali erreicht habe. Jetzt gehe es „ohne Druck zur Euro“.
„One Heart, One Goal“ (Ein Herz, ein Ziel) lautet das ÖFB-Motto für die erstmalige EM-Teilnahme bei den Frauen. Dieses passe perfekt zum „großartigen Teamgeist“ der Mannschaft, so Windtner. „Von der Papierform her sind wir Außenseiter. Mit 23,3 Jahren stellen wir das jüngste Team, deshalb können wir befreit in dieses Turnier hineingehen“, erklärte der ÖFB-Boss.
Das Frauen-Nationalteam ist sicher in den Niederlanden gelandet. Jetzt wartet noch eine intensive Trainingswoche vor dem ersten Auftritt bei der UEFA Women's EURO.
Posted by ORF Sport on Dienstag, 11. Juli 2017
Thalhammer: „Gibt einiges zu verbessern“
Trotz des zuletzt überraschenden Testspielsieges gegen Dänemark fällt auch die Einschätzung von Teamchef Thalhammer schaumgebremst aus. „Man darf dieses Spiel nicht überbewerten.“ Auch wenn der Sieg höher hätte ausfallen können, „gab es einige Punkte, die noch zu verbessern sind“. Im Auftaktspiel gegen die Schweiz müsse man „aggressiv und spritzig wie gegen Dänemark sein“, hofft ÖFB-Stürmerin Nina Burger, die richtigen Lehren aus dem Test gezogen zu haben. Es gebe eine große Euphorie im Team: „Wir fahren mit einem tollen, positiven Gefühl und riesengroßer Freude hin. Und mit der Gewissheit, die Großen ärgern zu können.“
Offiziell verabschiedet wurden Burger und Co. von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Dieser freute sich, „dass eine Männerbastion mehr gefallen ist. Vor 30 Jahren wurde der Frauen-Fußball noch verlacht und galt als nicht standesgemäß“, erinnerte Van der Bellen. „Gott sei Dank ist das vorbei.“ Danach zog er einen Vergleich zwischen Politik und Fußball. In beiden Bereichen spielten „Emotionen, Leidenschaft“ und auch „Fingerspitzengefühl“ eine große Rolle und man erlebe „Höhen und Tiefen“.

APA/Hans Punz
Die Verabschiedung war für die ÖFB-Damen das erste Highlight
Kern: „Stolz auf das, was Sie erreicht haben“
Im Gegensatz zum Präsidenten, der „auch über Männer-Fußball nicht alles weiß“, outete sich Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) als „absoluter Fußballnarr“. „Ich freue mich riesig und bin sehr stolz auf das, was Sie erreicht haben. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich Österreich für eine EM qualifiziert“, betonte der Kanzler bei seiner Ansprache an das Nationalteam, die er mit den Worten abschloss: „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, ganz Österreich steht hinter Ihnen.“
„Vorbilder für junge Frauen“
Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) bezeichnete danach den Fußball als „eine Lebensschule“, erlebe man doch neben „großen Siegen auch bittere Niederlagen, aber man darf niemals aufgeben“. Die ÖFB-Spielerinnen bezeichnete sie als „Vorbilder für junge Frauen“. Sportminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) lobte dagegen die Arbeit des ÖFB auf dem Frauensektor: „Das ist ein Paradebeispiel für andere Sportarten, wo wir hinwollen.“
Doskozil wird das letzte Gruppenspiel am 26. Juli gegen Island im Stadion verfolgen. Zuvor geht es in der Gruppe C zum Auftakt am 18. Juli (18.00) in Deventer gegen WM-Teilnehmer Schweiz und dann am 22. Juli (20.45/beide live ORF eins) in Utrecht gegen Gruppenfavorit Frankreich. Die Verabschiedung in feierlichem Rahmen war für die Spielerinnen schon einmal ein besonderes Erlebnis. „Das ist eine große Ehre“, betonte etwa Sarah Zadrazil.
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