Lob und Respekt von allen Seiten
Die starken Auftritte des österreichischen Frauen-Nationalteams bei der EM in den Niederlanden sind auch der Konkurrenz nicht verborgen geblieben. Von allen Seiten ernten Nina Burger und Co. Lob und Respekt. „Ihr Pressing ist fantastisch, ihr Fitnesszustand unglaublich“, meinte etwa Englands Stürmerin Ellen White. Und auch Titelverteidiger Deutschland traut der Auswahl des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) noch einiges zu.
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Nicht nur die ehemalige deutsche Bundestrainerin Silvia Neid, die die EM-Spiele für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) analysiert, ist daher gespannt, wie weit die Euphoriewelle das mit 23,17 Jahren im Schnitt jüngste der 16 EM-Teams noch trägt. „Sie haben einen sehr guten Trainer, verfügen über eine gute Fitness, sind unbekümmert und erfolgshungrig“, betonte Neid. Sollten sowohl Österreich am Sonntag (18.00 Uhr, live in ORF eins) gegen Spanien als auch Deutschland gegen Dänemark ihre Viertelfinal-Spiele gewinnen, käme es am Donnerstag in Breda zum brisanten Halbfinal-Duell.

APA/Hans Punz
Die ÖFB-Frauen begeisterten beim EM-Debüt bisher nicht nur die eigenen Fans
Spätestens das 1:1 der Österreicherinnen im zweiten Gruppenspiel gegen Mitfavoriten Frankreich ließ auch bei den anderen Titelanwärtern die Alarmglocken läuten. „Sie haben da eine großartige Leistung gezeigt. Sie schockierten einige Teams bei dieser EM“, sagte die englische Angreiferin White im Gespräch mit der APA. „Es ist für mich nicht so eine Überraschung, sie haben vor ein paar Monaten im Testspiel gegen uns schon angedeutet, was sie können. Ich denke, sie können noch einiges erreichen.“
England schließt auch Finalduell nicht aus
Gegen Österreich könnte es für ihr Team erst im Finale am 6. August gehen. Sollte es dann tatsächlich zu einem britisch-österreichischen Showdown kommen, sei laut White ein hartes Spiel zu erwarten. Davon ging auch Lucy Bronze trotz des klaren 3:0 im Test in Milton Keynes am 10. April aus. „Wir haben damals sehr stark gespielt und ein gutes Ergebnis geholt, aber es ist eine völlig andere Atmosphäre bei einer Endrunde als zu Hause in einem Testspiel. Das kann man nicht vergleichen“, sagte die 25-Jährige. Die Kräfteverhältnisse scheinen rund dreieinhalb Monate später nicht mehr so eindeutig verteilt.

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Die Kräfteverhältnisse haben sich seit der Pleite in England anders verteilt
Auch Islands Teamchef Freyr Alexandersson glaubt nicht, dass der 3:0-Sieg der Österreicherinnen über seine Auswahl der letzte Streich der Thalhammer-Truppe bei der EM in den Niederlanden gewesen sein könnte. „Ich bin beeindruckt von ihrer Leistung bei diesem Turnier“, sagte der 34-Jährige. „Sie werden gegen Spanien gewinnen, da bin ich sicher. Wenn sie gut regenerieren und ihre mentale Stärke bewahren, werden sie es schaffen“, sagte der Trainer im Hinblick auf das Viertelfinale am Sonntag in Tilburg.
Thalhammer von ÖFB-Team begeistert
Dass das EM-Abenteuer für die Österreicherinnen beim Debüt auch nach der Gruppenphase weitergeht, sorgte auch bei Teamchef Dominik Thalhammer klarerweise für Begeisterung. „Es ist der 27. Juli, und wir packen nicht die Koffer, sondern acht andere Teams“, sagte der 46-Jährige am Tag nach dem mit dem 3:0 gegen Island fixierten Gruppensieg und Viertelfinal-Einzug im Teamquartier in Wageningen. Er strahlte auch wegen der TV-Einschaltquote. Bis zu eine Million Zuschauer verfolgten das historische Ereignis in ORF eins mit.
„Wir sind die größte Sensation in dem Turnier, aber auch die Art und Weise, wie wir in den drei Spielen aufgetreten sind, gegen besser gerankte Teams kaum Chancen zugelassen haben, ist ein Wahnsinn“, so Thalhammer. „Ich hatte schon volles Vertrauen in die Spielerinnen, aber dass es dann in diesem Ausmaß funktioniert, wir so am Platz stehen, ist schon genial.“ Der 46-Jährige nutzte auch die Gelegenheit, um sich neben den Spielerinnen, Betreuern und Fans im Stadion sowie vor den TV-Schirmen auch bei seiner Familie zu bedanken. „Meine Frau und meine beiden Kinder geben mir viel mentale Kraft und Stärke“, betonte Thalhammer.
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