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„Müssen kompakt und eng agieren“

Österreichs Frauen-Nationalteam nimmt die EM-Viertelfinalhürde Spanien am Sonntag (18.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) mit Respekt, aber auch selbstbewusst in Angriff. Der Weltranglisten-13. hat im Turnier schon zwei Pleiten kassiert, für Viktoria Schnaderbeck hat das aber keine Aussagekraft. „Ich erwarte eine Steigerung, auch weil sie es gewohnt sind, in K.-o.-Spielen zu agieren“, sagte die ÖFB-Kapitänin.

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Vor dem Duell um den Einzug in das Halbfinale ist jedenfalls nicht nur bei Schnaderbeck, sondern auch bei ÖFB-Torfrau Manuela Zinsberger ein bisschen mehr Nervenkitzel dabei. „Sie werden es uns nicht einfach machen, uns alles abverlangen“, betonte die 21-Jährige, die vor dem K.-o.-Duell auf ein spezielles Elfmetertraining verzichtete, obwohl die Entscheidung nach 90 Minuten und einer Verlängerung, in der ein vierter Wechsel erlaubt ist, vom Punkt fallen könnte.

Manuela Zinsberger

APA/AP/Hans Punz

Auf ÖFB-Torfrau Zinsberger wartet gegen Spanien eine Schlüsselrolle

Zunächst gilt es ohnehin, den Akteurinnen von Atletico Madrid, dem FC Barcelona und Co., 20 von 23 spielen in der Heimat, bereits in der regulären Spielzeit die Schneid abzukaufen. „Da wird jede einzelne Spielerin vielleicht noch mehr abrufen“, vermutete Schnaderbeck. Ein mentaler Knick nach dem 0:2 gegen England und 0:1 gegen Schottland sei beim Gegner möglich. „Es kann aber auch ein Grund sein, um zu sagen: ‚Jetzt erst recht. Jetzt wollen wir unser wahres Gesicht zeigen‘“, schilderte die Bayern-Legionärin.

Frauen-ÖFB-Team gegen Spanien

Österreichs Frauen-Fußballnationalteam trifft im EM-Semifinale in den Niederlanden am Sonntag auf Spanien, das trotz einer 0:1-Niederlage gegen Schottland ins Viertelfinale kam.

Spanien zeigte noch nicht sein Können

Sie schätzte das Team um Jennifer Hermoso sehr spielstark ein. „Sie waren im Turnier noch nicht effizient, haben aber im Ballbesitzspiel überzeugt. Sie sind vom System her variabel, bewegen sich gut, es wird schwierig sein, sie als Mannschaft in den Griff zu bekommen“, rechnete die Defensivspielerin mit harter Arbeit. Die Marschrichtung ist da klar: „Wir müssen kompakt und eng agieren, dass sie sich gar nicht entfachen können.“

Frauen-EM, Viertelfinale

Sonntag, 18.00 Uhr:

Live in ORF eins und im Livestream

Österreich - Spanien

Tilburg, Willem-II.-Stadion, SR Frappart (FRA)

Mögliche Aufstellungen:

Österreich: Zinsberger - Kirchberger, Schnaderbeck, Wenninger, Aschauer - Feiersinger, Zadrazil, Billa, Puntigam, Makas - Burger

Spanien: Panos - Torrejon, Pereira, Paredes - Corredera, Losada, Meseguer, Putellas, Ouahabi - Hermoso, Sampedro

Zu Chancenverhältnissen wollte sich Österreichs Aushängeschild nicht äußern. „Wir werden 100 Prozent brauchen, um das Spiel offen halten zu können. Dann ist alles möglich“, so Schnaderbeck. Das nötige Spielglück könne eine Rolle spielen. „Das wollen wir uns erarbeiten“, ergänzte Schnaderbeck. Die Voraussetzungen sind nach der ohne Niederlage überstandenen Gruppenphase bestens. „Wir sind gut drauf, haben einen Lauf, wenn sie wackeln oder in der Mentalität unsicher sind, müssen wir zuschlagen“, erläuterte die Steirerin.

Schnaderbeck will Zähne zusammenbeißen

Sie dürfte wieder in die Startelf rücken, ob in der Innenverteidigung oder als „Sechser“ ist ihr egal. Damit, dass zwei Partien fast ohne sie gewonnen wurden, hat sie kein Problem. „Ich freue mich für jede Einzelne, die bisher ihre Leistung gebracht hat. Jede hat ihren Job erfüllt, das ist auch das, was wir brauchen über das ganze Turnier“, meinte Schnaderbeck.

Viktoria Schnaderbeck

GEPA/Florian Ertl

Schnaderbeck will die Zähne zusammenbeißen und steht vor ihrem Comeback

Die Rissquetschwunde am Knöchel macht ihr keine Probleme mehr. „Natürlich ist die Wunde eine Wunde, und die Nähte sind drinnen, aber mir geht es gut, es hindert mich nicht daran, meine hundertprozentige Leistungsfähigkeit zu erreichen“, gab das ÖFB-Ass Einblick. Zum dritten Mal innerhalb weniger als eines Jahres musste die auch in der Vergangenheit verletzungsgeplagte ÖFB-Kickerin eine Blessur wegstecken.

„Muss gewisse Gelassenheit entwickeln“

„Es hat schon kurz einen Moment gegeben, wo ich mir gedacht habe, dass kann es jetzt aber nicht sein“, gab Schnaderbeck zu. Der Blick war dank mentaler Stärke aber schnell nach vorne gerichtet. „Ich habe einfach gelernt, dass ich gewisse Situationen nicht ändern kann, und wenn ich Situationen nicht ändern kann, muss sich halt meine Einstellung dazu ändern. Das ist meine Herangehensweise für viele Dinge im Leben. Mann muss eine gewisse Gelassenheit entwickeln.“ Von Negativem lasse sie sich nicht treiben. „Das verzögert nur den Heilungsprozess.“

Positives beflügelt sie, dazu gehört ein regelmäßiger Austausch mit ihrem Cousin Sebastian Prödl. „Er hat mir erst gestern gesagt, dass er begeistert ist von unserem Auftreten. Ich merke, dass es ihn wirklich von Herzen interessiert, er wirklich mitfiebert und total begeistert ist, was wir gerade für eine Welle losgetreten haben in Österreich“, erzählte Schnaderbeck. Die Euphorie in der Heimat soll nach dem Viertelfinale weitergehen.

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