Rekorde pflastern seinen Weg
Für Lionel Messi war 2012 wahrlich ein Erfolgsjahr. Mit Barcelona verpasste der Argentinier zwar eine erfolgreiche Titelverteidigung in der Primera Division und in der Champions League, aus persönlicher Sicht hätte es aber wohl kaum besser laufen können. Der 25-jährige Ausnahmekönner stellte gleich mehrere Rekorde auf.
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Die eindrucksvollste Bestmarke war dabei die Gesamtzahl seiner geschossenen Treffer. In seinem letzten Spiel des Jahres schraubte Messi beim 3:1-Sieg gegen Real Valladolid sein Konto auf 91 Tore in 69 Spielen. Damit gehört der Rekord des Deutschen Gerd Müller, der im Jahr 1972 in 60 Partien 85 Tore erzielt hatte, der Vergangenheit an. Der Argentinier krönte sich aber auch zum erfolgreichsten Ligatorschützen der Barcelona-Geschichte.
195 Tore in 231 Spielen lautet hier am Ende des Jahres die neue Bestmarke. Cesar Rodriguez hatte von 1939 bis 1955 in 287 Ligaspielen 190 Treffer erzielt. In der abgelaufenen spanischen Meisterschaft schoss Messi 50 der insgesamt 114 Tore der Katalanen. Auch das ist in Spanien neuer Ligarekord. Und nicht zu vergessen ist Messis Gala beim 7:1-Kantersieg im Achtelfinal-Rückspiel am 7. März gegen Leverkusen. Nie zuvor gelangen einem Spieler fünf Tore in einem Champions-League-Spiel.

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Keiner lässt Toreschießen leichter aussehen als Lionel Messi
„Eine Bestie, die alles zermalmt“
In den Minuten 25., 42., 49., 58., 84. gab Messi seine Visitenkarte ab. Die spanischen Medien adelten daraufhin den Argentinier zum „achten Weltwunder“, zur „verlängerten Hand Gottes“ und zu „einer Bestie, die alles zermalmt“. „Messi ist einzigartig. Fünf Tore zu erzielen, ist nicht einfach. Aber wenn sich Leo das Ziel setzt, eines Tages sechs Tore zu erzielen, wird er es auch schaffen“, traute der ehemalige Barcelona-Coach Josep Guardiola dem Superstar eine weitere Steigerung zu.
„Es ist schön, fünf Tore zu erzielen, aber wichtiger war, dass wir gewinnen“, gab sich Messi damals ebenso bescheiden wie nach dem am 9. Dezember gebrochenen Müller-Rekord. „Ich sage immer dasselbe: Rekorde sind nett, wichtiger sind aber Siege“, meinte Messi nach dem Match gegen Betis Sevilla in seiner typischen Art.

AP/Manu Fernandez
Das Blitzlichtgewitter lässt Messi auch in seiner Sternstunde kalt
Die Fußballwelt hielt sich schon weniger zurück und stimmte Lobeshymnen auf den Argentinier an. Experten, Fans, Mitspieler und Medien verneigten sich vor Messi. Als wohl wichtigster Gratulant stellte sich der mittlerweile 67-jährige Müller ein. „Messi ist ein unglaublicher Spieler, ein Gigant, der noch dazu sehr sympathisch und ein echter Vorzeigeprofi ist“, sagte der Deutsche und fügte scherzhaft hinzu: „Er hat nur einen Fehler. Er spielt nicht für den FC Bayern.“
Legenden und Kollegen schwärmen
Barcelona-Sportdirektor Andoni Zubizarreta, ehemaliger Teamtormann von Spanien, weiß, dass sein Club über den wohl besten Fußballer aller Zeiten verfügt. „Für jemanden, der gerne Fußball schaut, ist Leo ein absoluter Glücksfall. Er wird zwar immer sagen, dass seine Tore das Resultat der Arbeit des gesamten Teams sind, aber diese Gabe, so viele Tore zu schießen, besitzt nur er alleine“, betonte der 51-Jährige.
Englands einstiger Torjäger Gary Lineker twitterte: „Rekord in der Tasche, Goldenen Ball in der Tasche, der Größte überhaupt - auch das hat er sicher in der Tasche.“ Die niederländische Legende Johan Cruyff hält Messi für „unvergleichlich“ und prophezeite ihm „fünf, sechs oder sieben“ Weltfußballer-Titel: „Messi wird die meisten Ballons d’Or der Geschichte gewinnen.“ Selbst FIFA-Präsident Joseph Blatter nannte seinen Lieblingsspieler „einfach unglaublich“.
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